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Der neue Pick-up Amarok: Der gute Kumpel für alle Fälle

Der Amarok der zweiten Generation kommt im nächsten Jahr auf den Markt.
© Volkswagen

Synergie pur: Volkswagen bringt die zweite Generation des Amarok im Rahmen einer Kooperation auf den Markt. Ford steuert die Plattform und den gesamten Antriebsstrang bei.

Kapstadt – Wo VW draufsteht, ist nicht mehr zwangsläufig VW drinnen. Das zeigt sich beim neuen Amarok. Der erfolgreiche Pick-up – weltweit wurden bislang rund 850.000 Stück verkauft – setzt in seiner zweiten Generation auf umfassende Synergie. Denn reine Eigenentwicklungen sind bei einem eher stagnierenden Pick-up-Markt zu kostspielig geworden. Ford liefert deshalb im Rahmen der Kooperation mit VW die Plattform und den Antriebsstrang einschließlich der Triebwerke. Das Innen- und Außendesign hat VW gewissermaßen in der Änderungsschneiderei geschickt an die Marken-DNA und Formensprache des Vorgängers angepasst und aus einem Ford Ranger einen glaubhaften VW Amarok gemacht.

Die athletische Frontpartie mit dem Stoßfänger im X-Design signalisiert Kraft und Robustheit, die schmalen LED-Scheinwerfer und Rückleuchten entsprechen dem aktuellen Lichtspiel-Trend. Die Radhäuser sind eckiger geworden und an der Ladeklappe pocht der ins Blech geprägte große Amarok-Schriftzug auf die Eigenständigkeit. Es gibt zwei Modell-Versionen mit unterschiedlichen Design-Features. Der Aventura kommt im sportlich-urbanen Look daher, der PanAmericana ist der hemdsärmelige Offroader-Typ.

Mit 5,35 Metern hat der hierzulande ausschließlich als fünfsitziger Doppelkabiner lieferbare Newcomer um fast zehn Zentimeter an Länge zugelegt. 3,27 Meter Radstand bedeuten ein Plus von gut 17 Zentimetern. Die Karosserieüberhänge sind deutlich geschrumpft und erhöhen damit die Geländetauglichkeit. Und der Amarok kann jetzt mit einer Wattiefe von 80 Zentimetern (bisher 30 cm) locker kleinere Flüsse durchqueren. Außerdem kann er 1,2 Tonnen zuladen und 3,5 Tonnen schwere Anhänger ziehen. Das Motorenprogramm umfasst drei aufgeladene Diesel-Triebwerke. Zwei 2.0 Vierzylinder mit 170 bzw. 204 PS und einen 3.0 V6 mit 241 PS. Bei den Vierzylindern sorgen ein manuelles 6-Gang-Getriebe oder – beim stärkeren Motor – wahlweise auch eine 10-Gang-Automatik für die Kraftübertragung. Der V6 ist immer mit der äußerst harmonisch agierenden Automatik bestückt. In Österreich wird der neue Amarok serienmäßig mit dem 4Motion-Allradantrieb angeboten. Zur Wahl stehen zwei Systeme. Die kleineren Motoren verfügen über einen zuschaltbaren Allradantrieb, der V6 kommt mit permanentem Allradantrieb inklusive elektromechanischem Verteilergetriebe. Damit kann man wahlweise auf reinen Hinterradantrieb umschalten. Außerdem verfügt das Verteilergetriebe über eine Geländeuntersetzung.

Erste Testfahrten haben uns nach Südafrika geführt, wo der Amarok auch vom Band läuft. Und weil wir abseits fester Straßen im Outback nordöstlich von Kapstadt quasi im Wohnzimmer der gefürchteten und hochgiftigen Kap-Kobra unterwegs sind, warnt der VW-Instruktor: „Besser nicht aussteigen, zumindest aber nicht in die Botanik neben der Piste marschieren!“ Erste Eindrücke: Der Amarok meistert im Gelände auch extrem knifflige Passagen souverän. Auf Asphalt überrascht er trotz seiner Blattfedern mit bestem Abrollkomfort. Der V6 ist ein richtiger Flüsterdiesel, der dank des hohen Drehmomentes auch vehement anpackt. Einziger Kritikpunkt: Der Wählhebel für die Automatik zeigt sich mitunter widerspenstig. Im aufgeräumten und funktionellen Cockpit fühlt man sich auf Anhieb wohl. Erstklassige Sitze, hochwertige Materialien und die blitzsaubere Verarbeitung unterstreichen den Premiumanspruch.

Fazit:

Ob Handwerker, Bergretter, Forstleute oder Hüttenwirte, mit dem Amarok hat man für verschiedenste Anforderungen und Transportaufgaben einen zuverlässigen Kumpel an der Seite. Aber auch freizeitaktive Leute könnten ihre Freude daran haben. Bestellbar ist der Pick-up ab Frühsommer 2023, im Herbst rollen erste Fahrzeuge zu den Kunden. Preis noch unbekannt.

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