Seilbahnunglück in Italien: Großvater von überlebendem Bub verurteilt
Eitan (7) ist der einzige Überlebende des Seilbahnunglücks am Lago Maggiore im Mai 2021.Sein Großvater und dessen Komplize wurden in Italien wegen schwerer Kindesentführung ins Ausland angeklagt.
Rom – 19 Monate nach dem Seilbahnunglück am Lago Maggiore, bei dem sich der sechsjährige Bub israelischer Herkunft namens Eitan als Einziger retten konnte, ist sein Großvater in Italien zu einer Haftstrafe von einem Jahr und acht Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Der Israeli war wegen Kindesentführung angeklagt. Ein Komplize des Mannes wurde zu 18 Monaten Haft verurteilt, berichteten italienische Medien am Donnerstag.
Eitan B. (7) ist der einzige Überlebende des Seilbahnunglücks am Lago Maggiore im Mai 2021. Sein Großvater und dessen Komplize wurden in Italien wegen schwerer Kindesentführung ins Ausland angeklagt. Der Fall betrifft die Entführung des Buben im September 2021.
Großvater brachte Kind nach Israel
Am 11. September 2021 holten der Großvater und sein Fahrer Eitan, der damals sechs Jahre alt war, aus dem von der italienischen Justizbehörde festgelegten Wohnsitz nahe Pavia in der Lombardei und entzogen ihn dem Vormund seiner Tante väterlicherseits, um ihn nach Israel, der Heimat seiner Eltern, zurückzubringen. Die in Italien lebende Tante war von einem Turiner Richter zum Vormund des Kindes ernannt worden, nachdem seine Eltern und sein Bruder beim Seilbahnunglück ums Leben gekommen waren. Mit dieser Entscheidung war der Großvater nicht einverstanden, denn er wollte, dass Eitan in Israel aufwachse. Daher hatte er die Entführung des Buben organisiert.
Der Großvater und der Fahrer erreichten mit dem Kind ein Privatflugzeug in Lugano und brachten Eitan nach Israel. Nach einem langen Gerichtsverfahren in Tel Aviv ordneten die israelischen Richter die Rückführung des Kindes nach Italien an. Jetzt lebt es bei der Familie seiner Tante in der Nähe der lombardischen Stadt Pavia. Beim Seilbahnunglück waren die Eltern, die Urgroßeltern und ein Bruder Eitans gestorben. Insgesamt kamen beim Unglück 14 Menschen ums Leben. (APA)
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