160 Fälle in der Vorwoche

Grippewelle erfasst Tirol: „Impfung auch jetzt auf jeden Fall noch sinnvoll“

Die Grippe oder andere Viruserkrankungen fesseln derzeit auch in Tirol viele Menschen ans Bett (Symbolfoto).
© IMAGO/moodboard

Die Influenza hat derzeit auch in Tirol ihren großen Auftritt, die Fallzahlen steigen massiv. Das Land ruft zum Impfen auf – nur so können die Viruszirkulation eingedämmt und das Gesundheitssystem geschont werden.

Innsbruck – Die echte Influenza macht sich nach zwei Jahren Corona-Pause wieder in Österreich breit. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen schnellt in die Höhe, Tirol war in der Vorwoche nach Oberösterreich sogar auf Platz zwei bei den nachgewiesenen Fällen.

Etwa 580 Personen in Tirol begaben sich in der Vorwoche mit den typischen Symptomen in ärztliche Behandlung und wurden auf Influenza getestet – bei 160 konnte das Virus tatsächlich nachgewiesen werden. Laut Gesundheitsdirektorin Theresa Geley bedeutet das hochgerechnet, dass knapp ein Drittel aller respiratorischen Infektionskrankheiten in Tirol tatsächliche Influenza-Fälle sind. Die Dunkelziffer dürfte jedoch viel höher sein, da eine Influenza nicht meldepflichtig ist.

Wie berichtet, sind vor allem ältere Menschen und Risikopersonen gefährdet. Sie können lebensbedrohliche Komplikationen entwickeln, etwa eine schwere Lungenentzündung. Aber auch für jüngere Menschen ist das Durchmachen einer echten Grippe sehr belastend.

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Impfung auch jetzt noch empfohlen

Um die Zirkulation der Influenzaviren einzudämmen, einen schweren Krankheitsverlauf zu verhindern und nicht zuletzt das Gesundheitssystem zu schonen, wird eine Grippeimpfung weiterhin empfohlen – auch jetzt noch, nachdem die Welle schon da ist. Geley appelliert: „Derzeit befinden wir uns in der zweiten oder dritten Woche der Grippewelle, die üblicherweise insgesamt rund sechs bis acht Wochen andauert. Der allgemeine Impfschutz baut sich nach ungefähr zehn bis 14 Tagen auf – deshalb ist die Impfung auch jetzt auf jeden Fall noch sinnvoll.“

Besonders älteren Personen ab 60 Jahren, Kindern unter vier Jahren, Schwangeren und Risikopersonen (beispielsweise Menschen mit schwerer Adipositas) wird eine Impfung nahegelegt. Auch jene, die viel in Kontakt mit anderen Menschen stehen (beispielsweise Kinder- und AltenbetreuerInnen, Lehrpersonen oder Gesundheitspersonal) wird zur Immunisierung geraten.

Kostenlose Impfmöglichkeiten in Tirol

Kinder und Jugendliche zwischen sechs Monaten und 18 Jahren sowie BewohnerInnen von Altenwohn- und Pflegeheimen können sich im Rahmen einer Impfaktion des Landes Tirol kostenlos immunisieren lassen. Wer Interesse hat, sollte sich am besten an den eigenen Hausarzt bzw. die Hausärztin wenden, heißt es in der Landesaussendung. Weitere Informationen finden sich auf der Website des Landes bzw. unter www.tirol.gv.at/influenza.

Abgesehen von der Impfung rät Gesundheitsdirektorin Geley, ab sofort wieder vermehrt auf die bekannten Hygienemaßnahmen zu achten. Händewaschen, Abstandhalten oder das Tragen von Masken helfen nicht nur gegen die Eindämmung des Corona-, sondern auch das Influenzavirus.

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