Gehege saniert

Innsbrucker Alpenzoo mit neuer alter Attraktion: In Volieren wird wieder gezwitschert

Offizielle Eröffnung, v. l.: Vize-BM Johannes Anzengruber, Andre Stadler (Alpenzoo) und Alt-LH Herwig van Staa (Präsident Verein Alpenzoo), StR Christine Oppitz-Plörer und der ehemalige Direktor Michael Martys.
© Obermüller

Innsbruck – „Eine Papageienanlage im Schnee zu eröffnen, das erlebt man auch nicht alle Tage“, begann Andre Stadler, Direktor des Innsbrucker Alpenzoos, seine Ansprache. Nach der Sanierung der denkmalgeschützten Vogelvolieren (Vogelgehege) im Park unterhalb der Villa Blanka erfolgte gestern die feierliche Eröffnung der Anlage – inklusive Vorstellung der neuen Bewohner.

Das Vogelhaus mit seinen drei Außengehegen und 2 Innenbereichen geht bis vor den Zweiten Weltkrieg zurück und trägt jede Menge Geschichte in sich. Im Jahr 1937 errichtet, zählte es einst zu den schönsten Vogelanlagen Europas. Außerdem gelten die Volieren als Vorläufer des Alpenzoos, der heuer sein 60-jähriges Bestehen feiert. Seit 2005 befindet sich das Bauwerk auch unter Denkmalschutz und war seither unbesetzt. Laut Stadler sei das Gehege bereits „kurz vor dem Verfall“ gewesen, ehe es renoviert wurde.

Vor dem Leerstand zwitscherten noch Alpenvögel und Papageien im geschichtsträchtigen Vogelhaus. Nun blitzen die grasgrünen Federkleider der „Halsbandsittiche“ – der Name stammt vom charakteristischen Ring um den Hals des Papageien-Männchens – hinter den Gittern hervor. Thema der Volieren sind somit die „Neozoen“. Dabei handelt es sich um „Neubürger“, die durch Menschenhand ins Gebiet eingezogen sind. Details zu den Bewohnern verrät eine Tafel am Gehege: Demnach hat es in Innsbruck ab 1978 rund 70 freifliegende Halsbandsittiche gegeben, die von einem einzigen entkommenen Vogelpaar abstammten. Diese „Innsbrucker Kolonie“ brach jedoch Ende der 90er-Jahre zusammen.

Die Ideen, welche Lebewesen in das renovierte Gehege einziehen sollten, waren vielseitig. Sogar Waschbären und Mandarinenten waren im Gespräch. „Wir haben uns aber dazu entschieden, uns langsam heranzutasten und mit etwas ‚robusteren‘ Wesen anzufangen“, erklärte der Alpenzoo-Direktor. Rund 400.000 Euro ließen sich die Beteiligten die Sanierung kosten. Zum überwiegenden Teil von der Landesgedächtnisstiftung unter Vorsitz von Herwig van Staa gefördert, beteiligten sich auch die Stadt Innsbruck, der Alpenzoo, die Innsbrucker Kommunalbetriebe, der Verschönerungsverein und das Bundesdenkmalamt am Projekt. „Nicht nur aus Gründen des Alpenzoos, auch wegen der Revitalisierung eines Gebäudes aus dem 20. Jahrhundert wurde die Sanierung unterstützt“, verriet van Staa.

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