43 Menschen gerettet

Schiffbruch vor Lampedusa: Zweijähriges Mädchen gestorben

Lampedusa – Ein zweijähriges Mädchen ist am Sonntag bei einem Schiffbruch vor der süditalienischen Insel Lampedusa ums Leben gekommen. Das Kind, das mit seiner Mutter unterwegs war, befand sich auf einem Boot, das etwa zehn Seemeilen südlich von Lampedusa sank, und fiel wie andere Migranten ins Wasser. Die 43 Menschen an Bord, die beim Schiffbruch ins Meer fielen, wurden von einem Schiff der italienischen Küstenwache gerettet.

Das kleine Mädchen verstarb kurz nach der Ankunft auf der Insel, nachdem es viel Wasser geschluckt hatte. Den Ärzten auf der Insel gelang es, durch Herzmassage ein anderes Kind wiederzubeleben, das wie alle anderen Flüchtlinge ins Wasser gefallen war und sich in einem kritischen Zustand befand. Einige Menschen hatten Verbrennungswunden, andere hatten viel Meerwasser geschluckt.

"Es ist ein Massaker ohne Ende. Es bedrückt, wenn Erwachsene bei der Seeüberfahrt ihr Leben verlieren, aber wenn es um Kinder geht, ist es wirklich erschütternd", sagte der Bürgermeister von Lampedusa, Filippo Mannino. "Es bricht mir das Herz, denn seit ich Bürgermeister bin, habe ich nichts anderes getan, als Tote zu zählen", sagte Mannino.

Von Nordafrika legen Migranten in meist seeuntauglichen Booten ab, um über das Meer in die EU zu gelangen. Gerade im Winter ist die Überfahrt wegen der Gefahr durch schlechtes Wetter und raue Seebedingungen riskant. Der Großteil erreicht Italien, wo laut Innenministerium 2022 bisher mehr als 98.700 Bootsmigranten ankamen und damit deutlich mehr als im selben Vorjahreszeitraum (rund 63.400). (APA)

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