Verstärkte Kontrollen im Advent

Polizei zieht Bilanz: Mehr Alk-Unfälle in Tirol als vor der Pandemie

Symbolbild.
© TT/Thomas Böhm

Während die Zahl der Unfälle in den vier Adventwochen im Vergleich zu 2019 von 12 auf 16 anstieg, wurden weniger Alkolenker aus dem Verkehr gezogen. Einen großen Anstieg gab es jedoch bei den Drogenlenkern.

Innsbruck ‒ In der Adventzeit hat die Polizei in Tirol wieder wie angekündigt verstärkt den Verkehr auf Alko- und Drogenlenker kontrolliert und zieht nun Bilanz: Während es in den vier Wochen weniger Delikte gab als noch 2019 vor der Pandemie, so hat sich die Anzahl der Unfälle „unter dem Einfluss" erhöht.

Insgesamt wurden seit dem letzten November-Wochenende 302 Alkohol- und Drogenlenker aus dem Verkehr gezogen. Das sind 14 Prozent weniger als 2019, als noch 353 Strafen ausgestellt wurden. 93 der Lenker hatten zwischen 0,5 und 0,79 Promille, 167 sogar über 0,8 oder verweigerten gar einen Test. 42 Personen wurden positiv auf Drogen getestet ‒ über drei Mal so viele wie noch 2019.

Alkohol- und Drogenanzeigen

Mit Alkohol am Steuer:

  • § 14 FSG (0,5 – 0,79 Promille): 93 (2019: 119)
  • § 5 StVO (0,8 Promille und mehr + Verweigerung): 167 (2019: 222)

Mit Drogen am Steuer:

  • § 5 StVO - Suchtgift: 42 (2019: 12)

Delikte gesamt: 302 (2019: 353)

15.000 Alkotests wurden im Zeitraum von vier Wochen durchgeführt. Vorläufig mussten 171 Führerscheine abgenommen werden ‒ 2019 noch 150.

Bei einem Großeinsatz der Landesverkehrsabteilung in der Nacht zum 10. Dezember wurden zwölf Alkolenker und ein Drogenlenker aus dem Verkehr gezogen. In der Nacht zum 17. Dezember sogar 26 Alkolenker und drei Drogenlenker.

Bei der Zahl der Alkoholunfälle mit Personenschaden ist im Vergleich zum Jahr vor der Pandemie ebenfalls ein Aufwärtstrend zu verzeichnen (von zwölf auf 16). Die meisten Alkoholunfälle ereigneten sich im Bezirk Innsbruck-Land mit fünf Unfällen, jeweils zwei Unfälle in den Bezirken Landeck, Reutte, Schwaz und Kufstein sowie jeweils ein Unfall in den Bezirken Imst, Lienz und der Stadt Innsbruck.

Alkoholunfälle auszugsweise:

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Leichte Verletzungen

Betrunkener Autofahrer (74) fuhr in Innsbruck gegen Hausmauer

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Nach Handy gesucht

Alkolenker geriet bei Hall auf Gegenfahrbahn: Lenkerin bei Kollision verletzt

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Flucht nach Unfall

Stark alkoholisiert gegen Baum gefahren: 42-Jähriger floh nach Unfall in Hall vor der Polizei

Polizei erinnert an Verantwortung hinter dem Steuer

Die 16 Alkoholunfälle und 302 Alkohol- bzw. Suchtgiftfahrten in vier Wochen sind für die Polizei Grund genug, einmal mehr darauf hinzuweisen, sich der hohen Verantwortung beim Lenken eines Fahrzeuges bewusst zu sein und in diesem Zusammenhang ganz besonders auch die Alkoholbestimmungen zu beachten.

Nehmen Sie Ihr Fahrzeug nach dem Konsum von Alkohol nicht mehr in Betrieb und steigen Sie, zur Ihrer eigenen Sicherheit und zum Schutz der übrigen Verkehrsteilnehmer, auf öffentliche Verkehrsmittel bzw Taxis um.
Polizei

„Eine Alkoholfahrt zieht vielfach nicht nur eine Strafe nach sich, sondern hat unter Umständen weitere gravierende Folgen", appelliert die Polizei in einer Aussendung. Dazu gehören Regressforderungen von Versicherungen, Nachschulungen, Untersuchungen, Verlust des Arbeitsplatzes und mehr. „Vor allem aber führen Alkoholfahrten bei tödlichen oder gravierenden Verletzungen zu großem Leid bei den Betroffenen."

Auch über den Jahreswechsel und in den kommenden Wochen will die Polizei dem Thema Alkohol/Drogen am Steuer ein „entsprechendes Augenmerk" schenken. Die intensiven Kontrollen werden fortgesetzt. (TT.com)