Musk sucht laut Bericht schon länger nach neuem Twitter-Chef
San Francisco/Palo Alto (Kalifornien) – Elon Musk bemüht sich laut einem US-Medienbericht schon länger um einem neuen Twitter-Chef. Die Suche nach einem Nachfolger sei schon vor der von Musk selbst eingeleiteten Umfrage über seinen Rücktritt im Gange gewesen, berichtete der US-Finanzsender CNBC am Dienstag unter Berufung auf Insider.
Musk hatte Twitter-Nutzerinnen und Nutzer von Sonntag auf Montag darüber abstimmen lassen, ob er den Spitzenposten bei dem Online-Netzwerk räumen solle. Knapp 58 Prozent der Umfrageteilnehmer sprachen sich für seinen Rücktritt aus. Der Tech-Milliardär hatte zuvor versichert, sich dem Ergebnis zu beugen. Bisher ging er aber nicht konkret darauf ein.
📱 Millionen wollen Musk loswerden
Eigene Abstimmung verloren – doch die Herrschaft von Elon Musk bei Twitter ist noch nicht vorbei
Analyse
Weniger Macht dem Chaos-Zwitscherer Musk
Zuletzt bezeichnete Musk einen Tweet mit dem Hinweis, dass die Umfrage durch Bots manipuliert worden sein könnte, als „interessant". Musk kündigte zudem an, die Teilnahme an Umfragen künftig nur noch zahlenden „Twitter Blue"-Abokunden zu erlauben. Ob er das Ergebnis des Votums über seinen Rücktritt anerkennt, blieb zunächst unklar.
Allerdings käme es nicht wirklich überraschend, wenn Musk die Führung der Online-Plattform abgeben würde. Der Starunternehmer ist auch Chef anderer Konzerne wie Tesla und SpaceX und hatte von Anfang signalisiert, dass er Twitter nicht auch noch dauerhaft leiten wolle. Er gehe davon aus, seine Arbeitszeit dort zu reduzieren und die Führung mit der Zeit abzugeben, sagte Musk vergangenen Monat.
Das Problem sieht der Twitter-Chef in mangelnden Kandidaten. Vor der Abstimmung hatte er bereits gewarnt, dass es keine geeigneten Interessenten für den Job gebe. Er selbst hatte den Spitzenposten im Zuge seines rund 44 Milliarden Dollar schweren Kaufs des Konzerns vor rund sieben Wochen übernommen. Seitdem ist seine Amtszeit von Chaos und Kontroversen geprägt, während Tesla-Investoren über eine Vernachlässigung des an der Börse strauchelnden E-Autobauers klagen. (APA/dpa)
Twitter-Investor: Erwarte Verfünffachung unseres Einsatzes unter Musk
Einer der an der Übernahme von Twitter durch den Milliardär Elon Musk beteiligten Investoren geht nach eigenen Angaben davon aus, das eingesetzte Kapital zu verfünffachen. „Wir glauben, dass Twitter in nur wenigen Jahren eine Rendite mit dem Faktor vier bis fünf erzielen wird", hieß es am Dienstag in einer Erklärung des Chefs von Aliya Capital Partners, Ross Kestin. Das Risiko sei dabei vergleichsweise begrenzt.
Kestin verwies auf Erfolge von Musk bei Tesla und SpaceX. Als die Autobranche weltweit nur immer wieder „das gleiche langweilige Produkt" gebaut habe, habe Musk eine Industrie erschaffen. „Als die Nasa mit ihren Raketen nicht abheben konnte, hob die Vision dieses Mannes ab", schrieb Kestin. „Bei Twitter passiert das wieder."
Eine Stellungnahme von Musk lag nicht vor. Fragen an Kestin bezüglich der gegenwärtigen Herausforderungen beim Umbau von Twitter blieben zunächst unbeantwortet. Aliya mit Sitz in Miami verwaltet Geld von wohlhabenden Familien und hat 360 Million Dollar in die 44-Milliarden-Übernahme von Twitter durch den Tesla-Chef eingebracht.