Auto-Test

Mercedes EQE: Ausdauernder als der große Bruder

Im AMG-Styling samt 21-Zoll-Leichtmetallrädern präsentiert sich der EQE 350+ von Mercedes.
© Markus Höscheler

Der EQS musste sich im vorigen Tiroler Winter beweisen, die kleinere Limousine EQE durfte bei wärmeren Temperaturen die Vorzüge des großen Akkus demonstrieren.

Götzens – Die elektrische Edellimousine EQS, so könnte man sagen, hatte einfach Pech. Es darf hinzugefügt werden: Wir hatten auch Pech. Zu Beginn des Jahres kam die TT in den Genuss, den Luxusstromer der Schwaben hierzulande und jenseits des Brenners zu testen. Zu bestaunen gab es einiges, insbesondere das gediegene Interieur und den riesigen Akku – eine Rekordreichweite war uns aber nicht beschieden, nicht einmal 400 Kilometer sollten am Ende möglich sein, dazu kam ein unfreiwilliger Liegenbleiber (ein Batterieproblem machte dem EQS zu schaffen, allerdings war es die Batterie des Schlüssels).

Auch das „gewöhnliche“ MBUX-Infotainmentsystem liefert gestochen scharfe Bilder auf dem zentralen Bildschirm auf der Mittelkonsole.
© Höscheler

Der EQE basiert auf derselben technischen Plattform, die nicht nur die Basis für den EQS stellt, sondern auch für die beiden vorgestellten Sport-Utility-Vehicles-Ableger des EQE und des EQS. Die Limousine des EQE ist fürs Oberklassesegment vorgesehen, entsprechend wird die Fünf-Meter-Marke um knapp fünf Zentimeter verfehlt, was die Längsdimension anbelangt. Innen ist der EQE etwas spartanischer bestückt und knapper geschnitten, an vorteilhaften Materialien und gütlicher Verarbeitung gibt es gleichwohl keinen Mangel. Was Feinspitzen sofort auffällt: Im Testwagen ist nicht das monumentale Hyperscreen-Infotainmentsystem mit drei über das Armaturenbrett verteilten Bildschirmen verbaut, sondern das MBUX-Basissystem mit digitalem Instrumentarium und hochkant stehendem Infotainment-Touchscreen. Die Bildqualität lässt sich als weit über dem Durchschnitt qualifizieren.

Von ebensolcher Qualität ist das Fahrgefühl. Zwar sind die 21-Zöller mit Niederquerschnittsbereifung durchaus spürbar, der lange Radstand von 3120 Millimetern macht sich aber positiv bemerkbar. Unaufgeregt agiert der Elektromotor, der mit 565 Newtonmetern Drehmoment und 292 PS Leistung kraftvoll die Hinterräder in Bewegung versetzt. Nur etwas mehr als sechs Sekunden vergehen, bis die schwäbische Elektrolimousine Tempo 100 km/h erreicht hat. Einer fehlenden Wärmepumpe zum Trotz hapert es in diesem Fall auch nicht an der Ausdauer: Gut 470 Kilometer Reichweite sind an nicht allzu kalten Herbsttagen mit dem EQE dank großzügig bestücktem Lithium-Ionen-Akku (102 kWh Kapazität) möglich.

Die Technik

Motor: Elektromotor

Kapazität: 102 kWh

Drehmoment: 565 Nm

Leistung: 215 kW/292 PS

L/B/H: 4946/1961/1510 mm

Gewicht: 2355/2880 kg

Kofferraumvolumen: 430 l

Reichweite: ca. 470 km

Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h

0–100 km/h: 6,4 Sekunden

Verbrauch: 22,9 kWh/100 Kilometer

Kraftübertragung: Heckantrieb

Preis: 102.822 Euro

CO²-Emission: 0 g/km

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