Tirol nimmt mit Wirtschaftsförderung-Neu „Start-Ups" ins Visier
Für entsprechende Schwerpunkte werden 31 Millionen Euro für 2023 in die Hand genommen. Diese Summe könne sich in den Folgejahren erhöhen. Fokus auch auf Tourismus, Nachhaltigkeit, Klima und Digitalisierung.
Zirl – Die schwarz-rote Tiroler Landesregierung rückt mit der neu konzipierten Wirtschaftsförderung im Zeitraum 2023 bis 2027 auch "Start-Ups", also neu gegründete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial, in den Fokus. Für diese und die sonst gesetzten Schwerpunkte wie etwa Tourismus und Regionalität, Infrastrukturförderung, Digitalisierung sowie Klima und Nachhaltigkeit nimmt man im Jahr 2023 rund 31 Mio. Euro in die Hand, hieß es am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Zirl.
Mattle: „Auf den Zeitgeist reagieren"
Diese jährliche Summe - in den Jahren 2019 bis 2021 hatte man Unternehmen mit über 100 Mio. Euro unterstützt - könne sich in den Folgejahren nach 2023 je nach wirtschaftlicher Entwicklung auch noch erhöhen, sagte Tirols Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP). "Wichtig ist aber jetzt, dass wir mit den Förderprogrammen auf die Veränderung der Gesellschaft und auf den Zeitgeist reagieren", erklärte der einstige Wirtschaftslandesrat. Zudem müsse man mit einer umfassenden "Nachhaltigkeitsstrategie" auch das Thema Klima und die damit verbundenen Veränderungen fest im Blick haben.
Um der wirtschaftlichen Ebene der "Transformationen" gerecht zu werden habe man unter anderem erkannt, dass es beispielsweise die "Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft" auszubauen gelte und man verstärkt junge Unternehmen fördern müsse, um dadurch die so wichtige "Erneuerung der Wirtschaft" voranzutreiben. Tirol solle künftig bestenfalls einen gesunden und guten Mix aus gestandenen "Grown-Up-Unternehmen" und Neugründungen vorzuweisen haben, so der Landeshauptmann.
„Wollen nicht mit der Gießkanne arbeiten"
Gelingen soll das unter anderem damit, dass man mit der neuen Start-up-Förderung bei Neo-Unternehmen in der Anfangsphase 100 Prozent der Kosten mit einer Deckelung von maximal 20.000 Euro mitträgt, betonte Wirtschaftslandesrat Mario Gerber (ÖVP). Auch die Zusammenfassung der bisher bereits bestehenden Digitalisierungsprogramme zur "Tiroler Digitalisierungsförderung" solle das ihre dazu beitragen, um in Tirol das Prinzip "Qualität statt Quantität" noch fester zu verankern, hielt Gerber fest. "Wir wollen dazu nicht mit der Gießkanne arbeiten, sondern punktgenau wirken."
Simon Meinschad, Geschäftsführer der Firma "hollu Systemhygiene", in deren Räumlichkeiten die Pressekonferenz abgehalten wurde, schlug in eine ähnliche Kerbe: "Damit alles punktgenau funktioniert, braucht es starke und präzise Förderprogramme". "Ohne die Unterstützung der Politik könnten wir die anstehenden Transformationen jedenfalls nicht bewältigen", so Meinschad. Aus unternehmerischer Sicht gelte es zudem "Weichen zu stellen" und vor allem auch den Sprung ins "digitale Zeitalter" zu schaffen, betonte der Geschäftsführer. (APA)