Imster Budgetdebatte

Imst arbeitet in Stadt und Stadtwerken mit 60 Mio. €

Einmütig und einstimmig wurden die Haushalte für Gemeinde und Stadtwerke beschlossen.
© Paschinger

Ein einziger, einstimmiger Beschluss segnete die beiden Haushalte für Stadtgemeinde und Stadtwerke ab. Es gab nur einen kurzen Disput über den Strompreis.

Imst – „Durchaus aufgeregt“ sei er, meinte Finanzreferent StR Helmuth Gstrein kurz vor seiner ersten Imster Budgetdebatte. Dabei war er in seinem Brotberuf einst der Imster Finanzkämmerer und hatte als solcher immer tiefe Einblicke in das Imster Zahlenwerk. Und als oppositioneller Gemeindemandatar war er stets der größte Kritiker am Stadthaushalt. Aber am Dienstagabend war es doch eine neue Situation für Gstrein – immerhin hatte nun er das Budget der Stadt Imst zu erklären und um die Zustimmung des Gemeinderates zu bitten. Vorab: Er erhielt sie – und zwar einstimmig, gemeinsam mit dem Voranschlag für die Stadtwerke, den GR Christian Linser als Obmann des Verwaltungsausschusses vorbrachte. Für die Stadtgemeinde ging es dabei um fast 42 Millionen Euro, die Stadtwerke rechnen mit über 18 Millionen Euro – in Summe ging es also um satte 60 Millionen Euro, mit denen im Jahr 2023 gearbeitet wird.

„Die Stadt Imst ist relativ finanzstark“, erklärte Gstrein und hob dabei die „guten Einnahmen“ aus Grundsteuer (1,3 Mio. Euro) und Kommunalsteuer (6,18 Mio. Euro) hervor. Hier hakte auch BM Stefan Weirather in seiner Replik auf das Budget ein: „Telfs und Imst sind ziemlich gleich bei der Kommunalsteuer“, so der Stadtchef, allerdings habe Imst fast ein Drittel weniger Einwohner. „Wir haben das Glück, in Tirol bei den Vorderen dabei zu sein“, man sei „auch in der Krise gut über die Runden gekommen“, so Weirather. Gstrein betonte auch, dass die Bürger heuer nicht durch Gebührenerhöhungen belastet würden und dass der Schuldenstand gegenüber 2021 um 200.000 Euro auf 33,558.000 Euro gesenkt werde.

Gleichzeitig hob Gstrein auch die „hohen Investitionen von 6,858.000 Euro“ hervor. 1,6 Millionen fließen in die Sanierung der Wohnhäuser in Arzill, die Sportanlagen werden mit 1,15 Mio. Euro bedacht. Hervorzuheben sind die Beiträge für das Pflegeheim Gurgltal, aber auch den Radweg vom Putzen Richtung Weinberg und den Straßenbau Gunglgrün-Sonnberg.

Aber es gibt auch Sorgen: zum einen die Entwicklung bei den Personal- sowie Energiekosten, die er mit 15,2 Prozent Steigerung im Haushalt angibt. Und zum anderen auch die Kritik, dass man als Stadtgemeinde bei der Landesumlage „Draufzahler“ sei – man solle sie in Tirol abschaffen.

Dagegen hatte GR Linser wahrlich von einem „Erfolgsplan“ der Stadtwerke zu berichten. Ca. 18,3 Millionen Euro an Ertrag stehen demnach knapp 16,2 Millionen Euro an Aufwand gegenüber – macht einen prognostizierten Überschuss von exakt 2,137.500 Euro im heurigen Jahr. Im Bereich Energieversorgungsunternehmen steigen die Umsatzerlöse sogar von 7,4 auf 12,6 Millionen Euro. „Die Stadtwerke haben beim Strompreis von 18 Cent pro Kilowattstunde die gesamte Eigenerzeugung für die Tarifkunden nahezu mit null budgetiert“, so Linser. Der Gewinn resultiere vor allem aus den prognostizierten Einnahmen für den Verkauf des Stromüberschusses im Sommerhalbjahr.

Und hier setzte die einzige Diskussion ein: StR Gstrein betonte seinerseits, im Sommer für eine Strompreiserhöhung auf 16 Cent gewesen zu sein. Linser verwies auf immer noch „volatile“ Strompreise und GR Markus Huter sprang ebenfalls in die Bresche: Die Strompreiserhöhung „war notwendig“.

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