Prädikat „Best Practice“

Kinderbetreuung in Osttirol wird als beispielhaft ausgezeichnet

In der Kindervilla des OKZ, die gegenüber vom Krankenhaus Lienz liegt, werden die Kleinen flexibel betreut.
© Oblasser

Das Osttiroler Kinderbetreuungszentrum (OKZ) bekam beim Betreuungsgipfel in Wien das Prädikat „Best Practice“.

Wien, Lienz – Applaus für das OKZ gab es beim Betreuungsgipfel in der Wiener Hofburg. In Anwesenheit von Bundespräsident Alexander Van der Bellen stellten Obfrau Birgit Volgger und Geschäftsführerin Sabine Bodner das Zentrum vor, das als eines von nur zwei Einrichtungen österreichweit als „Best Practice“ vor den Vorhang geholt wurde.

Das Osttiroler Kinderbetreuungszentrum ist ein gemeinnütziger Sozialverein, in dem ganztägig, ganzjährig und gemeindeübergreifend Kinder im Alter von 1 -14 Jahren betreut werden. Derzeit ist das OKZ an sieben Standorten in Osttirol vertreten. Die Kindervilla, die direkt neben dem Lienzer Krankenhaus eingerichtet wurde, ist ein Aushängeschild des Vereins, denn dort finden Kinder von Spitalsbediensteten eine Betreuung, die sich an den Arbeitszeiten der Eltern orientiert. Neben dem flächendeckenden und flexiblen Angebot beeindruckte die TeilnehmerInnen des Gipfels vor allem das „Kindertaxi“ (Abholdienst von Kindergarten und Schulen). Auch die langen Öffnungszeiten kamen gut an.

Sabine Bodner (links, mit Mikro) präsentierte das Osttiroler Zentrum vor Bundespräsident Alexander Van der Bellen in der Hofburg.
© Ludwig Schedl

Sabine Bodner betonte im Rahmen des Betreuungsgipfels: „Damit wir dieses Angebot auch langfristig aufrechterhalten können, braucht es endlich die Aufhebung des Unterschieds zwischen privaten und öffentlichen Kinderbetreuungseinrichtungen bei Finanzierung und rechtlichen Rahmenbedingungen.“ Und Obfrau Birgit Volgger ergänzte: „Um Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Zukunft tatsächlich zu gewährleisten, muss eine Verpflichtung zur ganzjährigen Öffnung der Kindergärten im Bundesgesetz verankert werden. Denn Kinderbetreuung und frühkindliche Bildung spielen eine zentrale Rolle, wenn es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, gute Bildungschancen für jedes Kind, bessere Arbeitsmarktchancen, mehr Fachkräfte für Unternehmen oder die Gleichstellung von Frauen und Männern geht.“

Der hochkarätig besetzte Kinderbetreuungsgipfel in der Wiener Hofburg fand als gemeinsamer Schulterschluss von Sozialpartnern und Industriellenvereinigung statt. Beide Institutionen fordern funktionierende Kinderbetreuung mit Fokus auf frühkindliche Bildung. (TT, co)

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