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Biathletin Hauser träumt vom nächsten WM-Medaillencoup

Hauser hofft weitere WM-Medaillen
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Biathletin Lisa Hauser schielt bei der am Mittwoch beginnenden WM in Oberhof auf ihre nächsten WM-Medaillen. Vor zwei Jahren in Pokljuka triumphierte die Tirolerin im Massenstart und holte Silber in der Verfolgung. Nach einer bisher vielversprechenden Saison mit zwei Weltcupsiegen und weiteren Spitzenplätzen zählt sie in Deutschland zum Kreis der Mitfavoritinnen. Die ÖSV-Männer tun das nicht, gegen die norwegische Übermacht werden sich aber auch alle anderen sehr schwer tun.

Hauser ist im nationen-bunteren Frauenspitzenfeld hingegen durchaus ein neuerlicher Coup zuzutrauen. "Ich gehe schon mit einem Ziel nach Oberhof: Eine Medaille wäre natürlich das Allergrößte", betonte die 29-Jährige, die im Dezember einen Sprint und einen Massenstart gewonnen hat. Nach dem Jahreswechsel blieben weitere Podestplätze zwar aus, sie klassierte sich aber regelmäßig im Vorderfeld. "Mein Jänner war konstant gut, der schlechteste Platz war ein 13. Ich war immer voll in Schlagdistanz."

Für eine Medaille müssen aber alle Komponenten stimmen, ist sich Hauser bewusst. "Ich habe das in Pokljuka schon einmal erleben dürfen. Darum weiß ich, dass alles zusammenpassen muss und das ist nicht selbstverständlich. Aber das, was ich machen kann, probiere ich natürlich." In der WM-Vorbereitung in Obertilliach und Hochfilzen arbeitete sie akribisch an der etwas schwankenden Laufform und kleinen Mankos am Schießstand.

Während der WM gelte es, auch nach Rückschlägen Ruhe zu bewahren. "Ich muss die gewisse Lockerheit finden und noch suchen, dass es nicht zu gezwungen ist das Ganze. Dass man trotzdem noch gute Rennen abliefern kann, wenn der Start in die WM-Woche vielleicht nicht ganz optimal ist", führte Hauser aus.

An Oberhof mit dem gefürchteten Birxsteig und dem windanfälligen Schießplatz hat sie mit ihren ersten Weltcuppodestplätzen vor zwei Jahren gute, aber auch einige schlechte Erinnerungen wie Stürze und Gewehrbrüche. "Aber ich glaube, ich hole mir die positiven Erinnerungen mehr in den Vordergrund. Ich freue mich auf Oberhof." Groß ist auch ihre Vorfreude auf das erste Großevent mit wieder zugelassenen Fans seit der WM 2020 - die Veranstalter erwarten insgesamt 160.000 Zuschauer. "Die Stimmung wird richtig cool, es sind brutal viele Leute angesagt. Es wird ein richtig cooles Großereignis."

Eröffnet werden die Titelkämpfe am Mittwoch mit der Mixed-Staffel, in dieser Disziplin gelang dem ÖSV-Team vor zwei Jahren mit Silber eine Sensation. Das zu wiederholen, wird ein sehr schwieriges Unterfangen. Im Idealfall könnte man aber wieder in den Medaillenkampf eingreifen. Selbiges gilt nach guten Leistungen neuerdings auch für die Frauenstaffel um Hauser und Anna Gandler. Letztere nimmt in den Einzelrennen ab Freitag nach einer starken Premierensaison im Weltcup Top-Ten-Ergebnisse ins Visier.

In der Außenseiterrolle im Medaillenkampf befindet sich das Männer-Team um Routinier Simon Eder und das formsuchende Sorgenkind Felix Leitner. Der treffsichere Eder holte sich zuletzt in Antholz mit seinen ersten beiden Top-Ten-Plätzen des Winter aber einiges an Selbstvertrauen. Gegen die norwegische Übermacht um Seriensieger Johannes Thingnes Bö und Sturla Holm Laegreid wird jedoch höchstwahrscheinlich nicht nur für Eder kein Kraut gewachsen sein. Der demnächst 40-Jährige hat bei Großereignissen freilich schon mehrfach große Klasse bewiesen, wie seine WM-Bronzenen von 2016 und 2017 belegen. Vor zwei Jahren in Pokljuka ging er als Vierter im Massenstart nur knapp leer aus.

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