Rückendeckung von Wissenschaftern

Nach Klimaprotest in Innsbruck: „Es fehlt an politischem Mut und Willen“

An die 40 Wissenschafterinnen und Wissenschafter und Schwester Notburga unterstützten die Forderungen der „Letzten Generation“.
© Axel Spinger

Innsbruck – „Wir protestieren, bis unsere Forderungen erfüllt werden“, sagte Leonhard Rauch. Der Entwicklungsingenieur hatte sich zusammen mit vier weiteren Mitgliedern der „Letzten Generation“ gestern Früh zwischen 7.45 und 9 Uhr an den Zebrastreifen am Herzog-Otto-Ufer geklebt. Hinter den Klimaaktivistinnen und -aktivisten standen die Franziskanernonne Schwester Notburga und 37 Wissenschafterinnen und Wissenschafter von Universität Innsbruck und UMIT, die sich mit den Klimaschützern solidarisierten. Doch die WissenschafterInnen legten nicht nur den Verkehr am Herzog-Otto-Ufer in Innsbruck lahm, sie appellierten auch schriftlich, von Regierungen einzufordern, die Klimakrise ernst zu nehmen. „Wir alle sind die letzte Generation, die die Klimakrise noch entschärfen und ein gutes Leben in Zukunft gewährleisten können.“

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Verkehrsblockade bei Ottoburg

Klimaprotest in Innsbruck: „Die Letzte Generation“ blockierte Herzog-Otto-Straße

In Österreich habe „die Emission von Treibhausgasen seit 2015, dem Jahr des Übereinkommens von Paris, keinerlei merkliche Reduktion erfahren“, erklärte Hans Stötter, Professor für Geographie: „Dadurch entfernen wir uns immer weiter von der Erreichbarkeit des 1,5-°C-Ziels und steuern stattdessen mit immer größerer Wahrscheinlichkeit auf unkontrollierbare Entwicklungen zu.“„Die Zeit ist knapp“, sagte die Virologin Dorothee von Laer. Die Klimakrise müsse gelöst werden.

Auch Virologin Dorothee von Laer unterstützt den Klimaschutz.
© Axel Springer

Wilhelm Guggenberger, Theologie-Dekan, ist vor Ort, um für die Legitimität auch des illegalen zivilen Widerstandes einzutreten und die Protestierenden vor Kriminalisierung zu schützen. Der Sprachwissenschafter Manfred Kienpointner erklärte ausdrücklich, „Klimaaktivisten und -aktivistinnen verächtlich zu machen oder zu kriminalisieren, ist, wie bei einem Großbrand die Feuerwehr verächtlich zu machen oder zu kriminalisieren“. Der Geograph Ingo Glatz wiederum betont, dass die meisten Lösungen zum Thema Klimawandel bereits am Tisch lägen. „Es fehlt einzig an politischem Willen und Mut.“

Seit Jahrzehnten werde von Wissenschaftern auf die Folgen der Erderwärmung hingewiesen, das Versagen der Politik sei folgenschwer. Die Wissenschafterinnen und Wissenschafter stehen zur Forderung der „Letzten Generation“ nach Einführung von Tempo 100 auf der Autobahn und sprechen sich zudem gegen Fracking aus. Die Polizei beobachtete die Aktion, der Verkehr wurde umgeleitet.

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