Waffenverbot ignoriert

Unterländer (52) löste Cobra-Einsatz aus: Nach Schüssen festgenommen

(Symbolfoto)
© ROLAND SCHLAGER

Ein 52-Jähriger hat in der Nacht auf Dienstag in seiner Wohnung in der kleinen Gemeinde Rettenschöss im Bezirk Kufstein Schüsse abgefeuert. Gegen 1 Uhr Früh alarmierte ein Nachbar die Polizei.

Rettenschöss – Aus einem Wohnhaus in Rettenschöss seien Geräusche und wohl auch Schüsse zu hören: Das war der Inhalt eines Notrufs, mit dem ein Nachbar in der Nacht zum Dienstag einen massiven Polizeieinsatz auslöste.

Sein Anruf ging um 1.10 Uhr ein, wenig später trafen zwei Polizeistreifen vor dem Wohnhaus in Rettenschöss ein. Zu diesem Zeitpunkt wussten die Beamten bereits, dass gegen den mutmaßlichen Schützen ein Waffenverbot besteht. Es war also Vorsicht geboten. Den Polizisten gelang es kurz, Kontakt zum Verdächtigen aufzunehmen. Doch dann verschanzte sich der 52-Jährige in seiner Wohnung.

Die Polizisten forderten Verstärkung an. Und die kam auch – je eine Streife der Cobra und der „Schnellen Interventionsgruppe“ trafen in Rettenschöss ein. „Der Einsatz hat dann etwa zwei Stunden gedauert“, berichtet Polizeisprecher Christain Viehweider. Nachdem weitere Kontaktversuche ohne Wirkung blieben, brachen die Cobra-Beamten gegen 3.20 Uhr die Eingangstür auf und stürmten in die Wohnung. Im Schlafzimmer stießen die Polizisten auf den 52-Jährigen, der in der Folge festgenommen wurde. „Der Mann befand sich allein in der Wohnung“, so Viehweider weiter.

Löcher in Balken an der Decke

Bei der Durchsuchung der Wohnung stießen die Beamten nicht nur auf ein Kleinkaliber-Gewehr, sondern auch auf Munition. Und auf Geschosshülsen, die die Aussage des Nachbarn bestätigten – tatsächlich dürften Schüsse gefallen sein. „Wir gehen davon aus, dass er in der Wohnung herumgeschossen hat“, vermutet der Polizeisprecher: „In einem Balken an der Decke wurden Löcher entdeckt, die vermutlich von den Projektilen stammen.“ Die Untersuchung sei aber noch nicht abgeschlossen. In der Küche fanden die Beamten außerdem eine geringe Menge Marihuana.

Nach dem Ende das Einsatzes wurde der 52-Jährige von den Beamten abtransportiert. Dabei bedrohte der aufgebrachte Unterländer zwei Polizisten mit dem Umbringen. Den Rest der Nacht verbrachte der Mann in Polizeigewahrsam. „Dort befindet er sich immer noch“, bestätigte Viehweider am Dienstagnachmittag: „Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.“

Das Motiv für die Schüsse und das Verhalten des 52-Jährigen war zunächst unklar. Allerdings dürfte auch Alkohol eine Rolle gespielt haben, der Unterländer war bei der Festnahme offenbar nicht mehr ganz nüchtern. (tom)

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