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„Eine Medaille wollen wir heimbringen“

Drei WM-Medaillen hat Lisa Hauser seit Pokljuka 2021, in Oberhof (GER) soll ab heute eine weitere folgen.
© ANZE KACIN

Die heute beginnende Biathlon-WM in Oberhof (GER) steht aus österreichischer Sicht im Zeichen des Umbruchs. Die Trauben hängen hoch wie lange nicht, die Hoffnungen ruhen einmal mehr auf Lisa Hauser.

Innsbruck – Es ist nicht lange her, da wurde über die Aufstellung eines österreichischen Biathlon-Teams noch diskutiert. Selbst für die taktische Besetzung der Staffel fanden sich Varianten – doch diesmal sieht es anders aus. Mit dem Tiroler Felix Leitner (26/Nordic Team Absam) fiel das vermeintliche Zugpferd der Herren leistungsbedingt aus, sein Ersatzmann Patrick Jakob (26/SK St. Ulrich/Pillersee) darf vorerst mit keinem Einsatz rechnen. Und das heutige Mixed-Team (4 x 6 km) stellte sich mit Dunja Zdouc, Lisa Hauser, Simon Eder und David Komatz förmlich von selbst auf, aufdrängen musste sich keiner. Fazit: Die Trauben hingen schon einmal tiefer, etwa in Zeiten eines Dominik Landertinger. Der 34-jährige Massenstart-Weltmeister aus Hochfilzen war 2020 zurückgetreten – stilecht mit einer WM-Medaille in Antholz (Einzel).

„Der Umbruch ist da, es braucht Geduld“

„Der Umbruch ist da, es braucht Geduld“, wiederholt der sportliche Leiter des Biathlon-Teams, Franz Berger, gebetsmühlenartig. Wenn das 67-jährige Urgestein der Sportart zu Wort kommt, hält er stets seine schützende Hand über die Athleten: „Alle arbeiten brav.“ Doch der Tiroler wird wie alle Protagonisten nicht zuletzt an Medaillen gemessen. „Wir haben mit Lisa Hauser eine Chance, in der Mixed-Staffel und im Single-Mixed muss man schauen.“ Eine Medaille sei das Ziel: nicht abwegig angesichts einer Ausnahmekönnerin wie Hauser, aber eben auch nicht zwingend. Die 29-Jährige aus Reith/Kitzbühel klingt da schon um einiges konkreter, nach dem enttäuschenden vierten Platz bei den Olympischen Spielen in Peking soll es mehr als Blech sein. „Die Form hätte ich auf alle Fälle“, weiß die zweifache Saisonsiegerin. Peking – ein Stichwort. Gerne redet keiner darüber, dass es damals im heimischen Team rumorte. Es hatte auch mit dem damaligen Sportchef Toni Giger zu tun, der angesichts unverkennbarer Probleme bei der Ski-Präparation unmissverständlich einen Maulkorb erteilt haben soll. Felix Leitner, heißt es, sei damals zurückgepfiffen und zurechtgewiesen worden.

📆 Wettkampf-Programm bei der Biathlon-WM

  • Mittwoch, 08.02.: Mixed-Staffel, 14.45 Uhr
  • Freitag, 10.02.: Sprint Damen, 14.30 Uhr
  • Samstag, 11.02.: Sprint Herren, 14.30 Uhr
  • Sonntag, 12.02.: Verfolgung Damen, 13.25 Uhr
  • Sonntag, 12.02.: Verfolgung Herren, 15.30 Uhr
  • Dienstag, 14.02.: 20 km Einzel Herren, 14.30 Uhr
  • Mittwoch, 15.02.: 15 km Einzel Damen, 14.30 Uhr
  • Donnerstag, 16.02.: Single-Mixed-Staffel, 15.10 Uhr
  • Samstag, 18.02.: Staffel Herren, 11.45 Uhr
  • Samstag, 18.02.: Staffel Damen, 15.00 Uhr
  • Sonntag, 19.02.: Massenstart Herren, 12.30 Uhr
  • Sonntag, 19.02.: Massenstart Damen, 15.15 Uhr

Von Lisa Hauser war nichts zu hören, man wollte das Thema in der Folge intern und vor allem diplomatisch regeln. Glaubt man Insidern, ist das Thema noch nicht gänzlich ausgestanden. Beim Thema Material driften mitunter Anspruch und Wirklichkeit auseinander, die Kommunikation könnte besser sein, wenngleich das nur einen von vielen Faktoren darstellt, die Österreichs Team beschäftigen. Auch der Cheftrainer-Wechsel von Ricco Groß zu Vegard Bitnes (Herren) musste greifen, zwei Trainings-Philosophien prallen hier aufeinander. Doch die Hoffnung lebt, dass sich der heimische Biathlon-Sport wieder erholt, die WM könnte den Auftakt darstellen. Schon einmal hatte man mit dem bald 40-jährigen Salzburger Simon Eder eine echte Über-Mannschaft, Fernseh-Experte Christoph Sumann weiß als Teil davon ein Lied zu singen. Auch er kann den Umbruch erkennen, seine Expertise fällt allerdings nüchtern aus. „Im Biathlon geht alles über das Laufen, und da sehe ich bei den Herren derzeit nur Felix Leitner mit Potenzial.“ Dass ausgerechnet der Milser derzeit nicht zu seiner Form findet, müsse man hinterfragen. „Die Voraussetzungen hätte er, er stand immerhin schon auf dem Podest“, meint „Sumi“, seines Zeichens siebenfache WM- und Olympiamedaillengewinner.

Heute (14.45 Uhr, live ORF eins) steht also die Mixed-Staffel an. Die erste Medaillenchance und möglicherweise auch die größte. Ein Schritt nach vorne: Mit den jungen Tirolern Anna Gandler (22) und Dominic Unterweger (23) schicken sich zwei Tiroler an, weitere zu machen.

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