🗓️ Bühne mal anders

In der Hitze des Wortgefechts: Beim „Sauna Poetry Slam“ in Innsbruck ging es heiß her

Die Gewinnerin Silke Gruber (li.) gab im Anschluss noch eine Zugabe im kleinen Slam-Kreis.
© Carmen Sulzenbacher

Innsbruck – Das eigene Wohnzimmer, ein Schwimmbad oder Après-Ski-Lokal, mit Jazz-Band oder gleich einem ganzen Orchester: In Sachen Bühnenauswahl erweist sich die Tiroler Poetry-Slam-Szene immer wieder als äußerst experimentierfreudig. Mit dem Sauna Slam ist die Stadt Innsbruck nun um einen kulturellen Hotspot reicher – und der ist noch dazu ziemlich einzigartig. Die limitierten Plätze, 40 an der Zahl, waren am Dienstagabend selbstredend heiß begehrt, die auf 50 Grad „heruntergekühlte“ Panoramasauna im Amraser Hallenbad binnen Minuten rappelvoll.

Als Slam-Kulisse diente die Panoramasauna auf der Dachterrasse des Amraser Hallenbades.
© Carmen Sulzenbacher

Nach einem kurzen Warm-up des Moderationsduos Leo Dravoj und Katrin „ohne H“ lieferten sich sechs PoetInnen der „slammenden“ Tiroler „Heiß Society“ einen durchaus hitzigen Textwettstreit – mit dem Sauna-Slam-Publikumstyp-Psychotest bis hin zum Reisetagebuch einer manisch Kreativen, einem berührenden Freundschaftsplädoyer und der Krux mit dem Älterwerden entblätterten sich die Schwitzbolde literarisch vor dem ebenso entblößten Publikum.

Dieses wusste den Auftretenden vice versa einzuheizen, denn zwischen Auf- und Wortergüssen gab es reichlich Applaus – den lautesten erntete am Ende Silke Gruber, die ausführlichst über das „G’schaug“ von „Anderschtwoherigen“, „Zornpinggln“ und „Bleasumsn“ referierte.

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Glücklich „dreing'schaug“ hat in jedem Fall Leo Dravoj, der schon vor gut sechs Jahren über einen Poetry Slam in einer Sauna sinnierte, wie er im Gespräch mit der TT verriet. Seine anfängliche Spaß-Idee machte er dann irgendwann spruchreif und erzählte der IKB von seinen Plänen. „Die Bäderbetreiber waren vom Konzept gleich überzeugt und ein Termin war gefunden“, erinnert sich der in Deutschland geborene Wahltiroler. Kurz vor dem ersten Lockdown wurde der Sauna Slam schließlich aus der Taufe gehoben – der Rest ist Geschichte.

Und die soll nun, mit etwas Verspätung, weitergehen: „Nachdem der ,zweite Auftakt' des Sauna Slams so gut angenommen wurde, wird es auf jeden Fall eine Fortsetzung geben, vielleicht sogar noch in diesem Jahr“, ist der Slammer optimistisch gestimmt. (tst)

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