🥇 Ski-WM 2023 | Super-G

Kanadier Crawford triumphiert im Hundertstelkrimi, ÖSV-Herren gehen leer aus

James Crawford jubelt nach seiner sensationellen Fahrt über WM-Gold.
© GEPA pictures/ Daniel Goetzhaber

James Crawford jubelt sensationell über WM-Gold im Super-G. Der Kanadier setzte sich hauchdünn mit 0,01 Sekunden vor dem Norweger Aleksander Aamodt Kilde durch. Die ÖSV-Herren gingen leer aus.

Courchevel - James Crawford hat am Donnerstag bei der Alpinski-WM in Courchevel den Topfavoriten die Show gestohlen und sich Super-G-Gold geschnappt. Der 25-jährige Kanadier setzte sich 1/100 Sekunden vor dem Norweger Aleksander Aamodt Kilde und 0,26 vor dem Franzosen Alexis Pinturault durch. Der ÖSV blieb erstmals bei dieser WM ohne Medaille, Raphael Haaser wurde Fünfter, Marco Schwarz Sechster. Titelverteidiger Vincent Kriechmayr ging ebenso leer aus wie der Schweizer Marco Odermatt.

Crawford war in diesem Winter bereits zweimal im Weltcup auf dem Podest, und zwar jeweils in der Abfahrt Zweiter in Bormio und Dritter in Beaver Creek. Für Kanada war es das zweite WM-Gold in dieser Disziplin, 2017 hatte Erik Guay in St. Moritz gewonnen. Das war auch der bisher letzte Titelgewinn für die Nordamerikaner. Pinturault eroberte bei seiner Heim-WM bereits die insgesamt zweite Medaille nach Gold in der Kombination.

📽️ Video | Die Goldfahrt von James Crawford

Der lange am Leaderboard wartende Crawford verfolgte äußerst nervös Läufer für Läufer mit, er konnte den Triumph kaum glauben. "Fühlt sich wunderbar an. Das habe ich nicht erwartet. Ich war sehr fokussiert, bin in einen guten Fluss gekommen und sauber gefahren. Ich konnte nicht glauben, als es Grün aufleuchtete. Es war ein Schock und viel Emotionen", sagte der Kanadier. Für die Konkurrenz war dessen Leistung nach den starken Speedleistungen keine Überraschung.

Kilde haderte beim allerersten WM-Medaillengewinn seiner Karriere indes mit dem knappen Verpassen von Gold. "So ist es im Sport. Eine Hundertstel ist schade, aber man muss weiterschauen. Vielleicht ist das nächste Mal meine Zeit da", sagte der Norweger, dessen Lebensgefährtin Mikaela Shiffrin am Vortag ebenfalls mit Startnummer neun Silber im Super-G geholt hatte. Für ihn war es aber die erste WM-Medaille überhaupt. Groß war indes die Freude bei Pinturault. Das war eine richtig super Fahrt, ich habe alles gegeben. Es war kein einfacher Super-G, von den km/h her viel schneller als vor zwei Tagen in der Kombination. "Es ist der kürzeste Super-G der ganzen Tour, die 11/100 findet man fast in jedem Schwung", sagte Odermatt, der in dieser Saison im Weltcup vier Super-G gewonnen hat.

So ist es im Sport. Eine Hundertstel ist schade, aber man muss weiterschauen. Vielleicht ist das nächste Mal meine Zeit da.
Aleksander Aamodt Kilde

Aus dem ÖSV-Team schlugen sich die Kombi-Helden am besten. Bronzemedaillengewinner Raphael Haaser hatte 0,58 Rückstand, Vizeweltmeister Schwarz 0,59, Kriechmayr 0,87 (12.), Daniel Hemetsberger 1,17 (14.) und Stefan Babinsky 1,28 (15.). Schwarz hatte wie schon im Kombi-Slalom kurz vor dem Ziel eine Schrecksekunde. "Ich habe versucht zu attackieren, bis zur letzten Welle war es eine sehr gute Fahrt. Da hat es mich ein bisserl verdreht und in der Kompression hinten reingedruckt. Ich habe eigentlich noch eine brutale Fett'n gehabt, dass ich es gestanden bin und gesund im Ziel bin", sagte der Kärntner. Haaser sprach von einer "ansprechenden Fahrt", er könne damit sehr zufrieden sein. "Top Fünf muss man erst mal fahren."

Entthront wurde der Oberösterreicher Kriechmayr. "Ich wusste, es wird eine enge Partie. Herunten habe ich ein bissl zu viel Risiko genommen, vielleicht hätte ich eine Spur taktischer fahren müssen", sagte er. "James hat es sich mehr als verdient, er war das ganze Jahr schon ziemlich schnell. Heute ist es ihm voll aufgegangen", zollte er dem Sieger Respekt. Babinsky erklärte "viel zu ungeduldig gewesen zu sein", das habe zu viel Zeit gekostet. Hemetsberger kämpfte mit den Nerven. "Es war mein erstes WM-Rennen. Ich habe sicher ein bisserl Lehrgeld gezahlt."

Der Südtiroler Dominik Paris kam zu Sturz, zog sich einen "Rossbiss" zu, wie er es nannte, gab grundsätzlich aber Entwarnung. Die Läufer des italienischen Teams fuhren nach dem Tod von Elena Fanchini mit Trauerflor.

📽️ Video | Der Sturz von Dominik Paris

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