WK drängt auf Reformen

Kampf gegen Personalmangel: Neue Namen, mehr Geld für die Lehre

Das Interesse an Lehrberufen steigt leicht an.
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Im Kampf gegen den Personalmangel drängt Wirtschaftskammer-Fachkräftekoordinator David Narr auf Reformen.

Innsbruck – Vor allem die demografische Entwicklung (viele Babyboomer gingen oder gehen in Pension), aber auch der Trend zu kürzeren Arbeitszeiten verschärfen den Arbeitskräftemangel weiter. Bis zu 25.000 Arbeitsplätze können in Tirol laut Wirtschaftskammer schon jetzt kaum oder nicht mehr besetzt werden. Insofern war die jüngste leichte Steigerung bei der Zahl der Lehranfänger (3191 Lehrlinge befinden sich im ersten Lehrjahr) trotz sinkender Geburtenzahlen „sehr erfreulich“, zumal es nach 2021 auch das zweite Plus in Folge sei und sich bereits fast die Hälfte eines Jahrganges für eine Fachberufslehre entscheiden würde, sagt Narr.

Wirtschaftskammer-Fachkräfte- koordinator David Narr.
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Es brauche aber nach der auf breiter Front erfolgten Verbesserung der dualen Lehrausbildungen und der vielfach erhöhten Bezahlung möglichst rasch weitere Maßnahmen gerade auch von Seiten der Politik, fordert Narr. Das fange bereits mit den Bezeichnungen an. „Die derzeitigen entscheidenden Systembegriffe gehen teilweise zurück auf Kaiserin Maria Theresia. Es braucht dringend neue, zeitgerechte, wertschätzendere und dem Können unserer Fachkräfte entsprechende Lehrberufsbezeichnungen.“ Das Ziel der „Lehre“ sei ja das Erlernen von speziellen Fähigkeiten, um einen heute vielfach hochspannenden Beruf in all seinen Facetten ausüben zu können. „In Zukunft sollten wir in Österreich Berufslernende haben. Somit kann auf die Bezeichnungen Lehrling und Lehrberuf getrost verzichtet werden.“ Statt Lehrzeit sollte es Ausbildungszeit heißen, statt Lehrabschlussprüfung besser Fachberufsprüfung und statt Lehrabschlusszeugnis künftig Fachberufsdiplom.

Die in Sonntagsreden oft gelobte und international hergezeigte duale Ausbildung werde gegen die Schulausbildung oft benachteiligt, auch finanziell. Eine Meisterausbildung koste die Betroffenen Tausende Euro, laut Narr wäre als Gleichstellung mit der akademischen Bildung eine Streichung der Kosten am besten, zumindest aber sollte es Prämien zwischen 500 und 2000 Euro für ausgezeichnete Erfolge bei Meister- oder Befähigungsprüfungen geben.

Teilweise viel Luft nach oben und entsprechenden Handlungsbedarf gebe es bei der Ausstattung der Polytechnischen Schulen.