Häuslbauer unter Druck

Bauen wird immer teurer, Front gegen neue Kreditregeln

Die Teuerung setzt auch den heimischen Häuslbauern immer stärker zu. Die Front gegen die härteren Immobilien-Kreditregeln wird unterdessen immer breiter.

Wien – Die Verwirklichung des Eigenheims wurde im vergangenen Jahr für viele Österreicherinnen und Österreicher massiv erschwert. Neben der massiven Teuerung beim Bauen setzen auch die verschärften Kreditregeln den Konsumenten zu.

Im Jahresdurchschnitt 2022 haben die Baupreise um fast 10 Prozent angezogen. Am kräftigsten waren die Preisanstiege im Hochbau mit rund 16 Prozent, während sich die Preise im Tiefbau im Schnitt um nur 1 Prozent erhöhten, zeigen Daten der Statistik Austria. Vor allem Dachabdichtungsarbeiten, Arbeiten an Glasfassaden, Bauspenglerarbeiten oder Elektroinstallationen trugen zu den erheblichen Preisanstiegen bei.

Zugleich wurde es für Häuslbauer durch die verschärften Vergaberegeln für Immo-Kredite deutlich schwieriger, an eine Finanzierung zu kommen. „Die Erfahrungen nach rund einem halben Jahr zeigen, dass die Anzahl der Darlehen um 50 bis 70 Prozent eingebrochen ist“, alarmiert etwa WKÖ-Immobilien- und Vermögenstreuhänder-Obmann Gerald Gollenz. Kritik an den Regeln kommt aber auch von Banken, der Immobilienwirtschaft und nun auch von der Gewerkschaft. Letztere sieht Arbeitsplätze gefährdet.

Bestehende Immobilien sollen aus Sicht von Banken, Bau- und Immobilienwirtschaft wieder zur Gänze als Sicherheit angerechnet werden können. Dazu gebe nun positive Signale, heißt es in einer Aussendung von Jugendstaatssekretärin Claudia Plakolm (ÖVP).

Seit Sommer dürfen Wohnbaukredite nicht mehr länger als 35 Jahre laufen, der Eigenmittelanteil muss mindestens 20 Prozent betragen, die Rückzahlungsrate darf maximal 40 Prozent des Nettoeinkommens ausmachen. Wirtschaftsvertreter warnen, dass auch die Schuldendienstquote von höchstens 40 Prozent Menschen in den Mietmarkt treibe. (APA, TT)

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