Auto in Menschenmenge

Achtjähriger nach Anschlag in Jerusalem an Verletzungen gestorben

Ein Palästinenser aus Ost-Jerusalem war am Freitag nahe des Viertels Ramot mit seinem Auto in eine Menschenmenge gefahren. Dabei starben der sechsjährige Bruder des nun Verstorbenen sowie ein 20-jähriger Mann.

Jerusalem – Nach dem Anschlag eines Palästinensers auf Israelis an einer Bushaltestelle in Ost-Jerusalem ist ein weiteres Kind gestorben. Der Achtjährige sei seinen lebensgefährlichen Verletzungen erlegen, teilte ein Sprecher des Krankenhauses Shaarei Zedek am Samstagabend in Jerusalem mit. Damit stieg die Zahl der Opfer auf drei. Unterdessen wurde am Samstag bei einer Konfrontation mit israelischen Siedlern im besetzten Westjordanland ein 27-jähriger Palästinenser getötet.

Bei dem Anschlag am Freitag war ein Palästinenser aus Ost-Jerusalem nahe des Viertels Ramot mit seinem Auto in eine Menschenmenge gefahren. Dabei wurden ein sechsjähriges Kind - der Bruder des nun verstorbenen Achtjährigen - sowie ein 20 Jahre alter Mann getötet. Der Attentäter - ein 31 Jahre alter Palästinenser - wurde nach Angaben der Polizei getötet. Israelische Medien berichteten, der Mann aus dem arabisch geprägten Ostteil Jerusalems sei zuletzt aus der Psychiatrie entlassen worden.

Die Situation in Israel und den Palästinensergebieten bleibt weiter angespannt. Bei einer Konfrontation mit israelischen Siedlern im besetzten Westjordanland wurde am Samstag ein 27-jähriger Palästinenser getötet. Der Mann habe eine tödliche Schussverletzung am Kopf erlitten, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium mit. Den Angaben zufolge hatten Siedler bei dem Vorfall nahe der Kleinstadt Salfit das Feuer eröffnet.

Wieder Raekte auf israelisches Grenzgebiet abgefeuert

Die israelische Armee teilte mit, man habe einen Bericht über gewaltsame Konfrontationen zwischen Dutzenden Palästinensern und israelischen Zivilisten erhalten. "Wir kennen Berichte über einen Palästinenser, der vor der Ankunft israelischer Soldaten in ein Krankenhaus gebracht wurde und der durch eine Schussverletzung getötet wurde", hieß es in der Mitteilung. Soldaten hätten nach ihrer Ankunft vor Ort in die Luft geschossen und die Konfrontationen beendet.

Militante Palästinenser im Gazastreifen feuerten unterdessen am Samstagabend erneut eine Rakete auf das israelische Grenzgebiet ab. Im Kibbutz Nachal Oz habe es Raketenalarm gegeben, teilte die israelische Armee mit. Das Geschoss sei von der Raketenabwehr abgefangen worden. Es gab zunächst keine Berichte über Opfer oder Schäden. Vor einer Woche hatte die israelische Luftwaffe nach einem ähnlichen Angriff Ziele in dem Palästinensergebiet am Mittelmeer beschossen.

Die Sicherheitslage in Israel und den Palästinensergebieten ist seit Wochen extrem angespannt. Neun Israelis und eine Ukrainerin sind seit Jahresbeginn bei palästinensischen Anschlägen getötet worden. Seit Beginn einer Terrorwelle vor fast einem Jahr unternimmt die israelische Armee fast täglich Razzien im Westjordanland. Dabei kommt es immer wieder zu Konfrontationen. Allein in diesem Jahr wurden 45 Palästinenser bei Zusammenstößen oder ihren eigenen Anschlägen getötet. Es gibt zudem immer wieder Berichte über Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser, israelische Aktivisten oder Soldaten.

Israel hatte 1967 das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Dort leben heute mehr als 600.000 israelische Siedler. Die Palästinenser beanspruchen die Gebiete für einen unabhängigen Staat Palästina mit dem arabisch geprägten Ostteil Jerusalems als Hauptstadt. (APA/dpa)

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