Rassistischer Zwischenfall

15 Festnahmen nach Protest vor Asylbewerber-Unterkunft in England

Vor dem Hotel gingen die Demonstranten auf Polizisten los.
© APA/AFP/OLI SCARFF

Nach Angaben des Unterhausabgeordneten aus Knowsley, George Howarth, wurde die Demonstration von "einem angeblichen Vorfall in sozialen Medien" ausgelöst. Er kritisierte Falschinformationen, wonach Flüchtlinge im Inneren des Hotels "in Federn gebettet" seien.

London – 13 Männer und zwei Frauen sind in England nach einem eskalierten Protest vor einem Hotel mit darin untergebrachten Asylbewerbern festgenommen worden. Wie die Polizei der Grafschaft Merseyside am Samstag mitteilte, fand am Freitagabend ein zunächst friedlicher Protest sowie ein Gegenprotest vor dem Hotel in der Ortschaft Knowsley bei Liverpool statt. Später seien Unruhestifter aufgetaucht, die nicht zur eigentlichen Protestgruppe gezählt hätten.

Polizeibeamte seien unter anderem mit Feuerwerkskörpern attackiert worden, ein Polizeifahrzeug mit Hämmern angegriffen und angezündet. Drei Personen seien leicht verletzt worden, darunter ein Polizist. Man könne von Glück sprechen, dass nicht Schlimmeres passiert sei, erklärte Polizeichefin Serena Kennedy. Die Festgenommenen sind zwischen 13 und 54 Jahre alt.

Nach Angaben des Unterhausabgeordneten aus Knowsley, George Howarth, wurde die Demonstration von "einem angeblichen Vorfall in sozialen Medien" ausgelöst. Er kritisierte der Nachrichtenagentur PA zufolge Falschinformationen, wonach Flüchtlinge im Inneren des Hotels "in Federn gebettet" seien. Wer bei dem Protest gegen Flüchtlinge demonstriert habe, repräsentiere nicht die örtliche Gemeinschaft. Die Polizei erklärte, man toleriere es nicht, wenn Leute die Räumlichkeiten ins Visier nähmen und Bewohner ebenso wie die Lokalbevölkerung und Polizeibeamten in Angst versetzten und ihnen Leid antäten.

In dem Hotel sind nach PA-Angaben seit Jänner 2022 Asylsuchende untergebracht. Manche verfolgten den Protest vom Hotelinneren aus und berichteten der Agentur anschließend von ihrer Angst. Er sei nach Großbritannien gekommen, um in Sicherheit zu sein, sagte ein Mann. (APA/dpa)

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