🥇 Biathlon-WM | Comeback

Vom Krieg zur WM: Pidrutschnji widmete Sprint-WM-Platz fünf den Ukrainern

Dmytro Pidrutschnji (vorder Reihe Mitte) durfte als Fünfter zur Sprint-Siegerehrung.
© GEPA pictures/ Thomas Bachun

Pidrutschnji war vor gut einem Jahr als Soldat in seiner Heimat Ukraine. Krieg statt Weltcup. Jetzt feiert er bei der WM in Oberhof ein bemerkenswertes Comeback.

Oberhof - Für den ukrainischen Biathleten Dmytro Pidrutschnji war sein fünfter Platz im WM-Sprint von Oberhof mehr als nur eine Topplatzierung. "Was für ein verrückter Tag. Ich bin so glücklich. Ruhm für die Ukraine! Ruhm für die Helden!", schrieb Pidrutschnji am Samstagabend auf Instagram.

Fast genau vor einem Jahr war der heute 31-Jährige unmittelbar nach dem Einmarsch der Russen in sein Heimatland zurückgekehrt und fast drei Monate als Soldat im Einsatz. Keine 14 Tage nach seinem bisher letzten Olympia-Start in Peking saß der Verfolgungsweltmeister von 2019 mit einem Stahlhelm auf dem Kopf erschöpft in einem Keller, während seine Mitkonkurrenten noch um Weltcuppunkte kämpften. Das Bild, welches er damals postete, bewegte seine Biathlon-Kollegen sehr. Etliche Sportler verloren im Krieg ihr Leben, darunter ein 19-jähriger Nachwuchsbiathlet.

Nach einer Knie-Operation im Dezember hatte Pidrutschnji erst Anfang Februar beim IBU-Cup in Obertilliach mit Platz drei ein tolles Comeback gefeiert. "Es ist für mich, mein Team und vor allem für mein Land ganz wichtig. Die letzten Wochen waren schwierig für mich, auch weil ich einen Freund im Krieg verloren habe. Wir tun unser Bestes, damit unser Land weiter gehört und nicht vergessen wird", hatte er danach geschrieben.

Pidrutschnji brach im Sprint als Einziger in die Phalanx der Norweger um Weltmeister Johannes Thingnes Bö ein, die auch noch die Plätze zwei bis vier sowie Rang sechs holten.

"Das ist ein besonderer Tag. Wir haben fünf Norweger unter den besten sechs, dazu ein Ukrainer. Wenn ich mir sechs Athleten hätte aussuchen können, wäre das die perfekte Geschichte, um der Welt zu erzählen, dass wir zusammen halten. Er ist Teil unseres Teams und wir unterstützen ihn auch", sagte der WM-Zweite Tarjei Bö. (APA/dpa)

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