Schockstarre bei den Tiroler Grünen, FPÖ schießt blaue Corona-Pfeile
Die Situation bei den Tiroler Grünen ist derzeit alles andere als einfach. Nicht nur die Nachwehen der verlorenen Landtagswahl wirken sich auf die Organisation und die Strukturen aus – es gibt schließlich weniger Geld. Auch das Duell um die Spitzenkandidatur zwischen Klubchef Gebi Mair und Ex-Soziallandesrätin Gabriele Fischer hat tiefe Spuren hinterlassen und die Tiroler Grünen gespalten. Bei der Landesversammlung soll eine Strukturreform beschlossen und Partei- und Politfunktionen zusammengeführt werden. Mair will diese Aufgabe als Landessprecher übernehmen, ob es einen Gegenkandidaten gibt, wird sich weisen. In den nächsten Tagen muss die Ausschreibung für die Landesversammlung am 18. März erfolgen.
Dass Landesgeschäftsführerin Natascha Chmelar das Handtuch wirft, triff die Grünen recht unvorbereitet. Gestern Abend wurde mit ihr ein Ausstiegsszenario vereinbart, bis Juli soll es einen geordneten Übergang geben. Eine neue Geschäftsführerin bzw. ein neuer Geschäftsführer wird gesucht. Mair möchte die schwierige Situation nach der Landtagswahl keinesfalls kleinreden. Und natürlich stelle er sich der Kritik. Dennoch: „Trotz aller Schwierigkeiten möchte ich die Grünen in Tirol wieder aufbauen“, sagt er.
Möglicherweise erhält Gebi Mair Konkurrenz bei der Wahl. Bei vielen Unzufriedenen wäre eine Wahl zwischen mehreren Kandidaten besser als eine hohe Anzahl an Streichungen.
Ob Nationalrätin Barbara Neßler künftig eine größere Rolle spielt, darüber wird derzeit parteiintern viel geredet. Bisher hat sie stets abgewunken, doch Neßler genießt bei den Tiroler Grünen viel Zuspruch.
Die Tiroler FPÖ drängt vehement auf einen Untersuchungsausschuss zur Corona-Politik der Bundesregierung. „Ein U-Ausschuss ist dafür konzipiert, politische Verantwortung aufzuklären. Und auch um solche Fehler in Zukunft auszuschließen. Gerade in Tirol, wo die Verantwortungsträger immer noch meinen, alles richtig gemacht zu haben“, begründet Partei- und Klubobmann Markus Abwerzger die blaue Forderung.
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