Auto-Test

Mercedes will mit dem neuen Sprinter hoch hinaus

Der Sprinter schwebt elf Zentimeter höher über dem Asphalt und verfügt daher über gute Bodenfreiheit.
© Letzner

Ein neuer Motor, ein überarbeitetes Getriebe und das Allradsystem sorgen dafür, dass der Mercedes Sprinter auch entlegene Ziele erreicht.

Innsbruck – Dass der Mercedes Sprinter einiges wegstecken kann, weiß man ja. Vier unterschiedliche Fahrzeuglängen und drei Dachhöhen sorgen dafür, dass der Sprinter bis zu 17 m³ Platz für Pakete, Möbel oder sonstige Güter zur Verfügung stellt. Letztes Jahr haben die Schwaben ihren Zustellprofi kräftig überarbeitet und ihm neben einem neuen Motor auch ein neues Getriebe und Allradantrieb verpasst. Natürlich mussten wir dem neuen Sprinter etwas genauer auf den Zahn fühlen und haben ihn daher kürzlich zum Test geladen.

Als wir unseren Mercedes 319 CDI 4x4 übernommen haben, waren wir überrascht, wie hoch wir hier über dem Asphalt schweben. Das liegt an der markanten Höherlegung (elf Zentimeter vorne und acht hinten), die dafür sorgen soll, dass man dank einer Wattiefe von 610 Millimetern auch auf Abwegen und voll beladen kein Problem mit der Bodenfreiheit bekommt. Zudem hält das auch den Fahrer fit, denn man kann beim Ein- und Aussteigen den einen oder anderen Klimmzug einbauen.

Hat man den Fahrgastraum erst einmal erklommen, dann verwöhnt einen der Sprinter mit einer mercedestypischen Qualität. Hochwertige Materialien, ein Multifunktionslenkrad und das MBUX Multimediasystem mit 10,25-Zoll-Touchscreen lassen einen schon fast vergessen, dass man in einem Nutzfahrzeug sitzt. Zudem erleichtern zahlreiche Ablagen das Fahrerleben enorm.

Hinter der hohen Front unseres Sprinters verrichtete ein Zweiliter-Vierzylinder-Diesel sein Tagwerk. Er ist – sehr zum Leidwesen der Sechszylinder-Fans – der einzige Motor, den Mercedes im Sprinter verbaut. Er leistet in der 4x4-Variante ordentliche 190 PS, die er mittels Lamellenkupplung im Verteilergetriebe auf alle vier Räder verteilen kann. Torque-on-Demand nennt man diese situationsflexible Variante, die es schon lang bei Pkw gibt. Das System sorgt aber dafür, dass nicht einfach nur die zweite Achse dazugeschaltet wird, sondern im Extremfall auch annähernd 100 Prozent der Motorpower nach vorn oder nach hinten geschickt werden. In der Praxis sieht das aber so aus, dass man sich um nichts kümmern muss. Mit ihm kann man ordentlich Stoff geben. Die 190 PS liefern eine Performance der besonderen Art ab. Perfekt kombiniert mit dem 9G-Tronic-Automatikgetriebe. Dieses sorgt für möglichst niedrige Motordrehzahlen, was sich wiederum positiv beim Verbrauch bemerkbar macht. Mit rund 12 Liter/100 km fanden wir unser Auslangen.

Ein Highlight ist auch der serienmäßige Seitenwind-Assistent, den wir bei Föhn ausgiebig testen konnten und welcher sich als absolut notwendiges Assistenzsystem herausstellte. Die geschwindigkeitsabhängige Lenkunterstützung erhöht den Komfort zusätzlich. So lässt sich der Sprinter leicht rangieren und hält auch bei höheren Geschwindigkeiten die Spur.

Die Technik

  • Motor: Vierzylinder-Diesel
  • Hubraum: 2143 ccm
  • Drehmoment: 450 Nm bei 1400 U/min
  • Leistung: 140 kW/190 PS
  • L/B/H: 5932/2175/2785 mm
  • Nutzlast: 1117 kg
  • Laderaum L/B/H: 3272/1350/1789
  • Gesamtgewicht:5500 kg
  • Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
  • Tankinhalt: 93 Liter
  • Verbrauch: 12,1 l/100 Kilometer
  • Kraftübertragung: Allradantrieb
  • Preis: ab 81.733 Euro
  • CO²-Emission: 321 g/km

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