🥇 Ski-WM 2023 | Slalom

Feller-Misere bei Großereignissen setzte sich fort: „Eigentlich alles versemmelt"

Manuel Feller war nach dem ersten Lauf noch auf Goldkurs, in der Entscheidung fiel der Tiroler auf Rang sieben zurück.
© APA

Courchevel - Manuel Feller und die Großereignisse, irgendwie geht das nicht zusammen. Zumindest nicht mehr, seit der Tiroler 2017 in St. Moritz Slalom-Silber gewonnen hatte. Am Sonntag hatte er bei der WM den Gold-Wurf vor Augen, fiel aber als Halbzeit-Leader auf den siebenten Platz zurück. "Das ist jetzt mein weiß-nicht-wievieltes Großereignis und bis auf einmal habe ich eigentlich alles versemmelt", sagte der 30-Jährige. "Es liegt definitiv an mir, dass es nicht funktioniert hat."

Noch ziemlich zerknirscht stellte sich Feller im Zielraum in Courchevel den Journalisten-Fragen. "Es tut schon schiach, wenn man den Siebener sieht. Immer noch besser als ein vierter oder fünfter Platz, wenn du siehst, es ist knapp. Das muss man erst ein bisschen verarbeiten", sagte er. Nach der Silbernen von St. Moritz verzeichnete er bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen nur noch Platzierungen jenseits der Top fünf in Einzelrennen. Oder Ausfälle - nicht weniger als fünf sind es nunmehr.

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In Frankreich sprach die Vorgeschichte auch nicht für ihn. Denn Feller war mit einer Erkältung an den WM-Schauplatz gereist, die nur schleppend besser wurde. Dann kam der erste Riesentorlauf-Durchgang am Freitag, der ihn körperlich verausgabte. Im zweiten schied er schließlich aus. Am Sonntag stürzte Feller beim Einfahren für den Slalom und schlug hart am Becken auf.

"Am Start waren schon grausliche Schmerzen, muss ich sagen. Aber man hat, glaube ich, gesehen, dass es mich null einschränkt. Adrenalin ist immer noch das beste Schmerzmittel. Daher ist es definitiv keine Ausrede", berichtete Feller. "Etwas anderes ist es im Riesentorlauf, wenn man vorher krank ist und dann einen 1:20-Minuten-Lauf hat. Aber auch da war es unterm Lauf weniger als dann im Ziel, wenn der Körper wieder ein bisschen runterfährt. Wenn es dir mehr oder weniger auf ein angeschlagenes System mit dem Hammer draufhaut, ist das natürlich nicht von Vorteil", sagte der ÖSV-Sportler.

Das Skifahren hätte trotzdem gepasst, ich hätte es in der Hand gehabt in beiden Disziplinen. Es liegt definitiv an mir, dass es nicht funktioniert hat.
Manuel Feller

"Das Skifahren hätte trotzdem gepasst, ich hätte es in der Hand gehabt in beiden Disziplinen. Es liegt definitiv an mir, dass es nicht funktioniert hat." Im Slalom stimme zwar die Form, "aber für das haben wir bei weitem zu wenig mitgenommen heuer. Ich bin in Schladming zur Halbzeit Zweiter gewesen, war in Kitzbühel Erster und habe es nie so runtergebracht, wie ich es wollte oder wie ich es könnte. Schlussendlich wäre definitiv mehr drinnen gewesen. Es liegt an mir, dass man das verbessert."

Fünfte Halbzeitführung nicht ins Ziel gebracht

Nervosität sei nicht das Problem gewesen, denn bei den Heimrennen in Österreich sei er weit aufgeregter am Start. "Und da war es heuer schon weniger als die letzten Jahre. Natürlich gehört ein bisschen Grundanspannung dazu, sonst wäre ich auch fehl am Platz, wenn mir das nicht irgendwie nahegeht", erklärte der Technik-Spezialist. "Aber es hat mich nicht beeinträchtigt. Ich bin auch nicht mit Schweinelähmung losgefahren. Ich habe versucht, das so zu fahren, wie es geplant war."

Dennoch bleibt unter dem Strich, dass es für Feller auch beim fünften Versuch, eine Halbzeitführung ins Ziel zu bringen, nicht geklappt hat. Die Krönung seiner Karriere bei einem Großereignis ist damit zumindest zwei weitere Jahre verschoben - bei der WM in Saalbach-Hinterglemm unweit seiner Heimatgemeinde Fieberbrunn bekommt er wohl 2025 die nächste Chance. (APA)

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