Atomwaffen-Vertrag

Russland will an zentralen New-Start-Vorgaben festhalten

Das Land werde sich weiter an die Obergrenzen für nukleare Trägersysteme halten. Man werde ebenfalls die USA wie bisher über die Verlegung von Atomstreitkräften unterrichten, "um Fehlalarme zu verhindern".

Kiew, Moskau – Russische Regierungsvertreter haben nach der Aussetzung des New-Start-Atomwaffenvertrags mit den USA keine grundsätzlichen Änderungen an der Nuklearstrategie erkennen lassen. Generalmajor Jewgeni Iljin als Vertreter des Verteidigungsministeriums erklärte am Mittwoch vor dem Parlament, Russland werde sich weiter an die Obergrenzen für nukleare Trägersysteme halten, meldete die Nachrichtenagentur RIA.

Man werde ebenfalls die USA wie bisher über die Verlegung von Atomstreitkräften unterrichten, "um Fehlalarme zu verhindern". "Ich glaube nicht, dass die Entscheidung zur Aussetzung des New-Start-Vertrags uns einem Atomkrieg näher bringt", zitierte die Nachrichtenagentur Interfax den russischen Vize-Außenminister Sergej Rjabkow.

Das Außenministerium Moskau hatte erklärt, man wolle die festgelegte Obergrenze für Atomsprengköpfe weiter befolgen. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte am Montag die Aussetzung des zentralen Atomwaffen-Kontrollprogramms mit den USA angekündigt. Das Ober- und Unterhaus in Moskau winkten am Mittwoch ein entsprechendes Gesetz durch. US-Präsident Joe Biden sprach von einem "großen Fehler".

Der 2011 in Kraft getretene Vertrag wurde 2021 nach Bidens Amtsantritt um weitere fünf Jahre verlängert. Er begrenzt unter anderem die Zahl der strategischen Atomsprengköpfe, die die USA und Russland stationieren können, sowie die Stationierung von land- und unterseegestützten Raketen und Bombern, um sie zu transportieren. (APA/Reuters)

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