Studie auf molekularer Ebene

Innsbrucker Forscher berichten: Wie HPV Gebärmutterhals-Krebs auslöst

HP-Viren befallen Epithelzellen im Gebärmutterhals.
© Fabian Oswald

Eine neue Studie von WissenschafterInnen der Universität Innsbruck gewährt detaillierte Einblicke in die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs als Folge einer HPV-Infektion.

Innsbruck – Gebärmutterhalszellen reagieren normal mit Selbsttötung (Apoptose), wenn sie von Humanen Papillomaviren (HPV) befallen sind, berichten Innsbrucker Forscher. Damit verhindern sie die Vermehrung der Viren und eine chronische Infektion. Durch langwierige Entzündungen oder Rauchen geschädigte und von häufigem Teilen gealterte Stammzellen lassen sich aber von ihnen traktieren, bis sie zu Krebszellen mutieren, erklären sie im Fachjournal International Journal of Cancer.

Ein Team um Martin Widschwendter vom Forschungsinstitut für Biomedizinische Alternsforschung der Universität Innsbruck untersuchte bei Gewebeproben aus Gebärmutterhals-Screenings, was bei einer HPV-Infektion mit den Zellen der Frauen passiert und unter welchen Umständen sie zu Krebszellen entarten. Entscheidend dafür sind „epigenetische" Markierungen am Erbgut, die bestimmen, zu welchem Zeitpunkt und in welchem Ausmaß die verschiedensten Gene zum Einsatz kommen, so die Forscher.

Martin Widschwendter und Chiara Herzog vom EUTOPS Institut der Universität Innsbruck.
© Patrick Saringer

Dieses „Epigenom" ist bei gesunden Frauen so eingerichtet, dass die Anwesenheit von HPV in den Gebärmutterhalszellen programmierten Zelltod auslöst, schreiben sie in einer Aussendung: „Da das Virus nur innerhalb von menschlichen Zellen überleben kann, wird es durch das Absterben infizierter Zellen beseitigt."

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Bei Frauen, deren Stammzellen im Gebärmutterhals sich bereits häufig geteilt haben, ist jedoch die Fähigkeit zur Selbsttötung offensichtlich durch Veränderung des Epigenoms verloren gegangen, berichten die Forscher: „HPV kann solche Zellen weiter schädigen und Veränderungen auslösen, welche über Monate und Jahre hinweg zur Gebärmutterhalskrebsentstehung führen."

Auch gesundheitsschädliche Angewohnheiten wie das Rauchen und chronische Entzündungen verändern die Stammzellen zum Schlechten, erklären sie: „Unsere Ergebnisse bekräftigen, dass eine HPV-Impfung das Gebärmutterhalskrebs-Risiko verringert." Sie schützt nämlich vor einer chronischen Infektion mit dem Virus, die über 90 Prozent der Krebsfälle auslöst. Auch Nichtrauchen beuge Gebärmutterhalskrebs vor. (APA, TT.com)

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