Ausbau des Kraftwerks Kaunertal

Verlorener Rechtsstreit: Zähneknirschen in Sölden wegen Tiwag

Sölden, Ötztal – Für Sölden, speziell die Bewegung, die sich mit dem Slogan „Ötztaler Wasser fürs Ötztal“ identifizieren konnte, war der Verlust des Rechtsstreits mit der Tiwag ein herber Schlag. Nun, nachdem der Landesenergieversorger auf sein Recht pocht und die Gewässer der Venter und Gurgler Ache einfordert, wurden wieder Gespräche aufgenommen.

Vergangene Woche gab es dazu eine Präsentation durch Tiwag-Projektleiter Wolfgang Stroppa und den technischen Vorstand der Tiwag, Alexander Speckle, für die Sölder Gemeinderäte. „Es handelte sich dabei um eine Information aus erster Hand das Projekt Kaunertal II betreffend“, bestätigt BM Ernst Schöpf. Er will dadurch die „frisch in der Politik angekommenen Gemeinderäte“ auf denselben Wissensstand gebracht sehen, wie ihn z. B. bereits die Ötztaler Bürgermeister haben, denen der Kraftwerksausbau ebenso vorgetragen wurde.

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„Es hat sich eine Diskussion entwickelt und am Ende waren es drei Stunden, in denen die Tiwag-Vertreter Rede und Antwort gestanden sind“, bestätigt etwa GR Andreas Gstrein. Seiner Meinung nach habe die Reputation der Tiwag in den vergangenen Jahren stark gelitten, da teils unsensibel vorgegangen worden sei.

Was den Rechtsstreit betrifft, so gilt dieser als „definitiv abgeschlossen“, bestätigt BM Schöpf. Zumal die Anwaltshonorare, Gerichts- und Gutachter-Kosten über eine Mio. Euro ausgemacht haben. „Das Geld hätte die scheinbar reiche Gemeinde Sölden heute gerne, um etwa ihre Straßen ordentlich zu asphaltieren“, sagt der Bürgermeister: „Jetzt liegt ein gemeinsamer Beschluss des Gemeinderats vor, dass keine weiteren rechtlichen Schritte gesetzt werden, die uns in der Vergangenheit nur Teilerfolge gebracht haben.“

Wie sehr die ehrgeizigen Ziele der Energieautonomie auch sein mögen, so würden diese Pläne nicht in diesem Jahrzehnt vollendet, ist sich Schöpf sicher. Der Talschaftsvertrag zwischen dem Ötztal und der Tiwag wird noch verhandelt. (top)

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