Ein Plus von 10 Prozent

Swarovski mit Zuwächsen, Suche nach Chef für Tirol

Der Stammsitz von Swarovski in Wattens.
© HELMUT FOHRINGER

Mehr Umsatz und deutlich weniger Verlust meldet Swarovski für 2022. Für den Standort Wattens wird ein oder eine General Manager/-in gesucht.

Wattens ‒ Wattens – Der 1895 vom böhmischen Einwanderer Daniel Swarovski mit der ersten industriellen Kristall-Schleifmaschine in Wattens gegründete Tiroler Konzern hat seit Langem weltweite Bekanntheit – statt Glanz und Erfolgsmeldungen gab es in den letzten Jahren aber vor allem Meldungen über auch durch die Corona-Pandemie verschärfte wirtschaftliche Turbulenzen, starken Personalabbau und Machtkämpfe im Kristall-Familienclan. Und zudem entschied ein Schiedsgericht im Herbst, dass die Strukturreform rechtswidrig gewesen sei und rückabgewickelt werden müsse.

Nach diesen sehr schwierigen Jahren meldet Swarovski für 2022 ein Umsatzplus um 10 Prozent auf 1,83 Mrd. Euro. Nach drei Jahren mit schmerzhaft hohen Verlusten habe es trotz eines sehr schwierigen geopolitischen und wirtschaftlichen Umfelds „eine sehr starke Verbesserung auf ein nahezu positives Ergebnis“ gegeben, so der seit Juli im Amt befindliche neue CEO Alexis Nasard. Erstmals seit Swarovski-Gründung wird der Konzern nicht mehr von Familienmitgliedern, sondern von externen Managern geführt. Und auch im Verwaltungsrat gebe es fünf Externe und nur drei Familienmitglieder, betont Verwaltungsrats-Präsidentin Luisa Delgado. Das neue Rollenspiel funktioniere, so Delgado. Laut Nasard könne das Management im Rahmen der Ziele frei arbeiten.

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Swarovski habe in allen Produktkategorien zulegen können, etwa bei Schmuck um 15 Prozent, bei allen Geschäftsfeldern mit Retail-Umsätzen mit 13 Prozent und mit Industriekunden um 5 Prozent. Bis auf China habe es in allen Märkten sowie beim Online-Vertrieb Zuwächse gegeben.

Nasard sieht erste Resultate „der 2020 eingeleiteten strategischen Transformation“. Die Marke sei extrem stark, niemand auf der Welt beherrsche die hochqualitative Kristall-Produktion so gut wie Swarovski. Die neuen Schmuckkollektionen oder die Kampagnen mit Bella Hadid, die von Kreativdirektorin Giovanna Engelbert konzipiert wurden, hätten viel positive Aufmerksamkeit geweckt. Zudem sei man laut Nasard Kooperationen mit Luxusmarken wie Aquazzura sowie mit einer zehnjährigen Lizenz für eine Brillenkollektion mit EssilorLuxottica eingegangen. Ziel sei es, sich im Luxus-Segment unter den Top 3 zu etablieren. Stark wachsend sei der Automotive-Bereich (etwa mit BMW für die neue 7er-Reihe), der schon 20 Prozent des Firmenkundengeschäfts ausmache.

Jährlich würden etwa 5 Mrd. Stück Kristalle und 20.000 verschiedene Produkte (alle bleifrei) hergestellt. Das seien die weltweit edelsten Kristalle, Schmucksteine, Swarovski Created Diamonds und Zirkonia, sowie Schmuck, Accessoires, Kristallobjekte und Heim-Accessoires. Swarovski vertreibt seine Produkte global in 2400 eigenen Shops sowie 4400 weiteren Verkaufsstellen in mehr als 150 Ländern. Weltweit hat Swarovski 18.000 Beschäftigte, davon etwa 3000 in Wattens. Hier sei und bleibe auch künftig das „Herz und Hirn“ des Konzerns, der Personalstand solle gehalten werden. Heuer und 2024 sollen über 50 Mio. Euro in die Modernisierung investiert werden. Laut Delgado suche man derzeit zudem mit dem Personal-Spezialisten Egon Zehnder einen oder eine neue General Manager/ -in für den Standort Wattens. Diese/-r solle bis Juni gefunden sein und dann auch ins oberste Management-Gremium einziehen.

Stärker in den Fokus rücken will man unter dem Motto „Tue Gutes und rede auch darüber“ die vor zehn Jahren gegründete Swarovski Foundation – eine Stiftung, mit der im Sinne von Gründer Daniel Swarovski weltweit soziale und ökologische Projekte sowie Organisationen unterstützt werden, sagt Präsidentin Marisa Schiestl-Swarovski.

Swarovski verzeichnete ein umfassendes Wachstum in ...

  • allen Produktkategorien, angeführt von Schmuck mit +15%
  • allen Geschäftsfeldern mit Retail-Umsätzen von +13% und Umsätzen mit Industriekunden von +5%,
  • allen Märkten außer China mit +18%,
  • allen Vertriebskanälen, einschließlich des Online-Vertriebs +5%, der 20% des Retail-Geschäftes ausmacht

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