Finales Buhlen um Zuspruch vor Landtagswahl in Kärnten
In Kärnten wird am Sonntag gewählt. Landeshauptmann Peter Kaiser warnt vor einem Regierungsdreibund, mit dem die SPÖ trotz ersten Platzes ausgebootet werden könnte.
Wien – Er ist vorbei, der Wahlkampf in Kärnten. 428.929 Bürgerinnen und Bürger sind berechtigt, morgen über die künftige Zusammensetzung des Landesparlaments abzustimmen. 49.420 Wahlkarten sind ausgestellt worden – ein Anstieg gegenüber 2018, nahezu eine Verdoppelung.
Umfragen haben das ergeben: Die SPÖ verliert, erreicht aber ihr Ziel – „ein Vierer vorne“. Die FPÖ stagniert oder legt ein wenig zu. Die ÖVP – seit jeher in Kärnten schwach – büßt ein, wird vom „Team Kärnten“, das viel dazugewinnt, überholt. Ob die Grünen und die NEOS über die Fünf-Prozent-Hürde für den Landtag kommen, ist offen.
📽️ Video | Wahlkampfabschlüsse in Kärnten
Seit 2018 regieren Rote und Türkise. Der Bund der beiden ist laut Umfragen die bevorzugte Koalitionsvariante nach dem 5. März. ÖVP-Spitzenkandidat Martin Gruber signalisierte, wieder mit der SPÖ kooperieren zu wollen. Die Roten meinen, dass der einstige Genosse und jetzige „Team Kärnten“-Chef Gerhard Köfer auf einen „Dreier“ mit FPÖ und ÖVP aus ist.
Eine Spurensuche im Süden
Landtagswahl in Kärnten: Der Kampf ist anderswo
Final um Zuspruch wurde bei den gestrigen Abschlussveranstaltungen – nur die ÖVP hatte keine – um Zuspruch gebuhlt. SPÖ-Spitzenkandidat Peter Kaiser pries bei einer Kundgebung in Klagenfurt sich und die Seinen, merkte jedoch an: „Ja, wir haben auch Fehler gemacht. Wir haben aber so etwas wie eine Fehlerkultur.“ Und er warnte vor einer Allianz „Alle gegen uns“, einem „verfassungsmäßig korrekten, aber den Willen der Wähler nicht unbedingt widerspiegelnden“ Ergebnis, „bei dem der Zweite mit dem Dritten und dem Vierten koaliert“. Musikalisches gab es vor der Rede von „Rosenheimcop“-Mime Max Müller.
FPÖ-Frontmann Erwin Angerer hatte, wie mehrfach bei diesem Stimmenfang, FPÖ-Obmann Herbert Kickl – er ist Kärntner – an der Seite. In Villach beklagte Kickl erneut die Corona-Politik der Landes-SPÖ. Und er konstatierte: „Wir werden die größte Schlaftablette, die wir jemals gehabt haben, den Herrn Kaiser, in die Pension schicken.“
In kleinerem Stil warben die anderen Parteien. Köfer vom „Team Kärnten“ sprach in Velden am Wörthersee bei einer Pressekonferenz von einer „Denkzettelwahl für die Altparteien“. Eine absolute Mehrheit der SPÖ wäre aus seiner Sicht der „Super-GAU“. Neuerlich sagte er, seine Partei wolle auf mindestens zehn Prozent kommen.
Grünen-Spitzenkandidatin Olga Voglauer setzte – unterstützt von Ministerin Leonore Gewessler – auf ihr zentrales Thema: Klima und „Energiewende“. Ihre Botschaft: „Wer Landeshauptmann wird, steht fest. Nicht fix ist, ob es in Zukunft eine starke Stimme für den Klimaschutz in Kärnten gibt.“
Auch NEOS-Vormann Janos Juvan hatte Wahlkampf-Hilfe aus dem Bund – mit Parteichefin Beate Meinl-Reisinger. Sie befand: „Die Tatkraft der vergangenen Wochen wird Strahlkraft zeigen.“ Der Einzug der Pinken in den Landtag werde gelingen.