⚽ Bundesliga | 20. Runde

Kalte Dusche in der Nachspielzeit: WSG verlor gegen LASK 2:3

Das Lamentieren war umsonst: Schiedsrichter Josef Spurny stellte WSG-Verteidiger Felix Bacher nach einer diskussionswürdigen gelb-roten Karte vom Platz.
© GEPA pictures/ Daniel Schoenherr

Die Mission Meistergruppe wird zum Nervenkrimi: Zwei Runden vor der Punkteteilung schmolz der Vorsprung der Wattener auf Verfolger Austria Klagenfurt (3:0 gegen Altach) auf einen Punkt. Am Sonntag setzte es eine bittere Last-Minute-Niederlage gegen LASK.

Innsbruck – Die WSG Tirol erlebte am Sonntag beim Bundesligaspiel gegen den LASK eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Die Wattener lagen gegen die Oberösterreicher nach Toren von Ibrahim Mustapha (22.) und Keito Nakamura (34.) bereits früh mit 0:2 zurück.

📽️ Video | WSG – LASK 2:3

Ein sehenswerter Fallrückzieher von Justin Forst (45.) unmittelbar vor der Pause und ein Treffer von Ex-LASK-Spieler Valentino Müller nach dem Seitenwechsel (46.) bescherten den Hausherren den Ausgleich. Wenig später flog Felix Bacher nach einer harten gelb-roten Karte (54.) allerdings vom Platz.

⚽ Bundesliga, 20. Runde

  • WSG Tirol - LASK 2:3 (1:2). Tore: 0:1 (22.) Mustapha, 0:2 (34.) Nakamura, 1:2 (45.) Forst, 2:2 (46.) Müller, 2:3 (93.) Zulj. WSG: Oswald - Ranacher, Bacher, Stumberger, Schulz - Sulzbacher, Müller, Ertlthaler (57. Bauernfeind) - Ogrinec (90. Naschberger) - Forst (64. Prica), Rogelj. Gelb-Rote Karte: Bacher (54./wiederholtes Foulspiel)
  • Austria Klagenfurt - SCR Altach 3:0 (3:0). Tore: 1:0 (13.) Rieder, 2:0 (26.) Rieder, 3:0 (33.) Pink. Gelb-Rote Karte: Edokpolor (SCR/91./wiederholtes Foulspiel)
  • Rapid Wien - Red Bull Salzburg 2:4 (1:1). Tore: 0:1 (4.) Seiwald, 1:1 (44.) Zimmermann, 1:2 (80.) Sesko, 1:3 (84.) Sesko, 1:4 (87.) Sesko, 2:4 (95.) Burgstaller

Samstag:

  • SV Ried - Austria Wien 1:3 (1:1)
  • Austria Lustenau - Sturm Graz 0:2 (0:0)
  • TSV Hartberg - WAC 2:1 (1:1)

Von da an machten die Tiroler den eigenen Strafraum dicht und verteidigten leidenschaftlich das eigene Tor. Die Entscheidung fiel in der ersten Minute der Nachspielzeit: Einen Schuss von Robert Zulj konnte WSG-Keeper Ferdinand Oswald erst hinter der Linie klären. Der VAR schaltete sich ein. Das Tor wurde erst im Nachgang gegeben.

Siege für Klagenfurt und Salzburg

In der Tabelle liegt die WSG weiter auf Platz sechs. Der Vorsprung auf Verfolger Austria Klagenfurt schmolz aber auf einen Punkt. Die Kärntner besiegten Altach 3:0. Mann des Spiels: Ex-WSG-Mittelfeldspieler Florian Rieder, der doppelt traf.

Im Schlager des Tages besiegte Meister Salzburg Rapid Wien mit 4:2. Benjamin Sesko erzielte zwischen der 80. und der 87. Minute einen lupenreinen Hattrick für die Gäste.

Zum Spielverlauf bei WSG – LASK: Gäste-Trainer Dietmar Kühbauer musste kurzfristig auf die krank gewordenen Alexander Schlager, Rene Renner und Marin Ljubicic verzichten. Ersetzt wurden diese durch Debütant Tobias Lawal, Marvin Potzmann und Zulj. Bei der WSG musste man ohne den gelbgesperrten Abwehrchef Raffael Behounek auskommen, für den Dominik Stumberger zum Einsatz kam.

Ich bin begeistert von meiner Mannschaft. Wir haben in der ersten Halbzeit einen sehr starken LASK gesehen, aber wir waren dem 3:2 näher. Dann kam diese gelb-rote Karte, über die man diskutieren kann.
Thomas Silberberger, WSG-Coach

Die erste Chance der Partie hatten die Hausherren, Alexander Ranachers Volleyabnahme verfehlte nach drei Minuten das Linzer Tor nur knapp. Für den LASK zeichnete Branko Jovicic in Minute acht für den ersten gefährlichen Torschuss verantwortlich, WSG-Tormann Ferdinand Oswald klärte aber zur Ecke.

Nach rund einer Viertelstunde übernahmen die Gäste zunehmend das Kommando in der Partie, vor allem über Nakamura stieß der LASK immer wieder gefährlich nach vorne. Dem folgerichtig ging die Kühbauer-Elf nach 22 Minuten auch in Führung. Sascha Horvath setzte Mustapha mit einem langen Ball ideal in Szene und der Ghanaer überlupfte WSG-Schlussmann Oswald sehenswert.

Es ist enger geworden, das ist klar. Jetzt heißt es medial, dass wir es nicht mehr schaffen. Aber wenn wir so heroisch fighten wie heute, müssen wir keine Angst haben, auch wenn die Gegner schwer sind. Ich glaube schon, dass wir zu früh abgeschrieben werden.
Silberberger zum Meistergruppen-Kampf

Die Wattener Antwort folgte beinahe prompt. Doch Forsts Abschluss knallte an die Stange (25.). Es blieb jedoch bei dieser kurzen Antwort auf den Rückstand, dann war wieder der LASK am Zug. Nakamura erhöhte mit seinem 11. Saisontreffer auf 2:0 (34.). Die Tiroler Defensive agierte hier zu passiv. Nur vier Minuten später erhöhte Zulj beinahe nochmals, doch sein Schuss nach Nakamura-Vorarbeit ging knapp über das Tor.

Kurz vor Ende der ersten Halbzeit kehrte das Spannungsmoment in die Partie zurück. Nach einer Ecke kam der Ball zu Forst und der traf spektakulär per Fallrückzieher zum Anschlusstreffer (45.). Schöner hätte das erste Bundesligator vom Tiroler Eigengewächs kaum sein können.

VAR schaltete sich beim Siegtor ein

In der Tonart ging es dann auch nach dem Seitenwechsel weiter. Müller sorgte bereits in Minute 46 mit einem Flachschuss von der Strafraumgrenze für das 2:2. Der LASK vergab hier seine komfortable Führung in nur wenigen Spielminuten. Die Hausherren bekamen nun zunehmend Oberwasser. Julius Ertlthaler scheiterte nach einem Solo erst an LASK-Tormann Lawal (52.). Kurz darauf dezimierte sich die WSG jedoch, Felix Bacher sah nach einem Zweikampf mit Zulj, bei dem sich der Linzer sehr leicht fallen ließ, seine zweite Gelbe Karte und musste vom Feld. Nach dem folgenden Freistoß prüfte Luckeneder mit einem Kopfball Oswald.

Der LASK hatte in der Folge in Überzahl mehr vom Spiel, vermochte sich dabei aber kaum Torchancen herauszuspielen. Die WSG verteidigte geschickt und setzte selbst nach vorne vereinzelte Nadelstiche. Die Entscheidung fiel erst in der Nachspielzeit. Zulj drückte den Ball nach Nakamura-Zuspiel über die Linie. Die Partie lief zunächst weiter, doch dann schaltete sich folgerichtig der VAR ein. (TT.com, APA)

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