Pädophile im Schatten der Gesellschaft: Was passieren muss, damit nichts passiert
Damit Menschen mit pädophiler Neigung keinen Missbrauch begehen, ist Prävention nötig. Eine Tiroler Therapeutin bietet Hilfe an und spricht über das geheime Dasein der Klienten.
Innsbruck – Es muss etwas passieren, damit nichts passiert. Das hat der Fall Florian Teichtmeister kürzlich wieder gezeigt. Dass Menschen, die sich von Kindern angezogen fühlen, nicht zu Verbrechern werden, ist Prävention und Aufklärung nötig.
„Lieben Sie Kinder mehr, als Ihnen lieb ist?“ – Mit dieser Frage startete 2005 eine Plakat-Kampagne der Berliner Charité. Das Projekt unter dem Namen „Nicht zum Täter werden“ schlug hohe Wellen. Das Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin der Berliner Uniklinik bot erstmals Therapieplätze für Menschen mit pädophilen Präferenzen an, die sich Hilfe holen wollten, bevor es zu spät ist.
In Tirol arbeitet – wie berichtet – die Männerberatungsstelle „Mannsbilder“ seit Jahren mit betroffenen Männern und Jugendlichen (www.nicht-taeter-werden.tirol). Ulrike Paul, Familien-, Paar- und Sexualtherapeutin in Innsbruck, behandelt im niedergelassenen Bereich Menschen mit pädophiler Neigung. In erster Linie sind es Männer. Sie sagt: „Täter verhindern heißt Opfer verhindern.“