Einstimmiger Beschluss

Leisach statt Lienz: Amlacher gehen nicht mehr in die „Stadtschule“

Bürgermeister Stefan Clara (Mitte, mit Brille) legt dem Gemeinderat das Angebot vor, die Volksschulkinder nach Leisach zu schicken.
© Oblasser

Amlach – Die Amlacher Volksschulkinder werden ab Herbst nicht mehr in Lienz in die Schule gehen, sondern im Nachbarort Leisach. Das beschloss kürzlich der Gemeinderat. Amlach hat aus historischen Gründen keine eigene Volksschule.

„Ich bin selbst in eine Schule am Land gegangen“, bemerkt dazu eine Gemeinderätin. „Und ich bin froh, dass unsere Kinder das in Zukunft auch können.“ Ein anderer Mandatar schließt sich dieser Meinung an. Der Bustransport zur Lienzer Schule soll bei den Amlacher Eltern nicht den allerbesten Ruf haben, heißt es.

Ob der Ruf berechtigt ist oder nicht, der Beschluss fiel jedenfalls einstimmig aus: Mit September 2023 schulen die Amlacher Mädchen und Buben erstmals in Leisach ein. Das betrifft im kommenden Herbst fünf Sechsjährige. Diejenigen, die jetzt schon nach Lienz gehen, wechseln aber nicht. Sie machen die Volksschule dort fertig. Der Amlacher Bürgermeister Stefan Clara stellt klar, dass der Beschluss nichts mit Lienz an sich zu tun hat. „Bei uns sagt niemand etwas Schlechtes über die Volksschule in der Stadt, weder ich noch die Eltern.“

Die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik ist froh über die Änderung: „Dadurch kommt es zu einer Entspannung bei uns.“ Die Volksschule im Lienzer Süden ist stark frequentiert. Damit ist das Ausbleiben der Amlacher Kinder kein Nachteil für die Stadt, sagt Blanik.

In Leisach freut sich Bürgermeister Bernhard Zanon über den Zuwachs. „Es gibt in Leisach immer weniger Volksschulkinder, wir haben Platz. Und die Amlacher Kinder helfen dabei, unseren Schulstandort zu sichern.“

Bald könnten die Nachbargemeinden auch beim Kindergarten zusammenarbeiten. In Amlach wird es die nächsten Jahre noch mehr Kindergartenkinder geben als jetzt, in Leisach ist Platz.

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