14 Nationen am Start

Virtus-WM in Seefeld: Plattform für die Helden im Hintergrund

Der ehemalige Skistar Benni Raich mit einem österreichischen Virtus-Sportler: Der Pitztaler fungiert bei der heute beginnenden Weltmeisterschaft der Mentalbehinderten als Pate.
© gepa

Seefeld beherbergt von heute bis Donnerstag die Ski-Weltmeisterschaft der Mentalbehinderten. 14 Nationen treffen sich zu den Wettbewerben.

Seefeld – Zweifacher Weltmeister, dreifacher Europameister, Vorbild Bode Miller. Und wenn „Hier kommt Alex“ von den Toten Hosen ertönt, wird dem Breitenwanger Alex Haissl (36) warm ums Herz. Der Außerferner Slalom- und Riesenslalom-Spezialist ist einer von vier Tirolern im zwölfköpfigen Aufgebot der Österreicher bei der Virtus-Ski-Weltmeisterschaft. Auch Lokalmatador Markus Gramseiser (24) zählt zu den Hochdekorierten: fünf WM-Medaillen, 13-mal österreichischer Meister. Riesentorlauf-Spezialist Michael Konrad (24) aus Arzl/Pitztal darf nach drei vierten WM-Plätzen mit einer ersten Medaille spekulieren, auch ein Nordischer gehört zum Tiroler Quartett: Johannes Grander (St. Johann/Tirol) zählt mit 43 Jahren schon zu den erfahrenen im Feld der Langläufer, Podestplätze bejubelte der Hausmeister bereits einige.

Es ist eine WM der anderen Art, die heute in Seefeld beginnt und bis Donnerstag die Plateaugemeinde in Beschlag nimmt. Virtus steht in seiner lateinischen Übersetzung für Tapferkeit, im besagten Fall allerdings für die Abkürzung des internationalen Verbands, der Athleten mit mentaler Behinderung unterstützt (Virtus World Intellectual Impairment Sport). 500.000 Sportler aus über 90 Nationen gehören dazu, mit Sport soll Inklusion gefördert werden. In Seefeld sind bei jeweils vier nordischen und alpinen Bewerben 168 Aktive aus 14 Nationen dabei, erstmals auch Nordamerikaner und Australier.

„Es ist mehr ein Miteinander als ein Gegeneinander“, stellt Mario Stecher, ehemals Weltmeister und Olympiasieger in der Nordischen Kombination, den Gemeinschaftsgedanken in den Vordergrund. Auch Benni Raich, der immer wieder mit seinem Pitztaler Kollegen Michael Konrad trainiert, stellt sich mit seiner Frau Marlies als Pate zur Verfügung. Wer sich einen Eindruck verschaffen will – der Eintritt ist frei. Viel mehr Begeisterung als bei diesen Sportlern wird man im herkömmlichen Sportgeschehen kaum erleben.

📆 Programm der Virtus-Ski-Weltmeisterschaft

Montag:

  • 9.45 Uhr: Riesentorlauf (2. Dg. im Anschluss)
  • 10 Uhr: Langlauf Frauen (5 km) und Herren (10 km)
  • 18 Uhr: Siegerehrung im Musikpavillon

Dienstag:

  • 10 Uhr: Langlauf Sprint
  • 10.30 Uhr: Super-G
  • 18 Uhr: Sieger­ehrung im Musikpavillon

Mittwoch:

  • 9.45 Uhr: Slalom (anschl. 2. Dg.)
  • 10 Uhr: Langlauf Frauen (10 km)und Herren (15 km)
  • 18 Uhr: Hüttenabend mit Siegerehrung, Berg­station Rosshütte

Donnerstag:

  • 10 Uhr: Teambewerb alpin
  • 10 Uhr: Langlauf-Staffel (3 x 2,5 km)
  • 13 Uhr: Siegerehrung und Schlussfeier im Musikpavillon

Schauplätze: Die Alpinbewerbe finden auf der Rosshütte und am Gschwandtkopf statt, die Nordischen in der Seefeld Sports Arena.

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