FPÖ-Obmann Kickl nimmt die Rolle des Dirigenten ein
Wer redet noch von den Skandalen und Korruptionsfällen der rechtspopulistischen Partei? Seit Wochen liegt die FPÖ in Umfragen auf dem ersten Platz.
Wien – Bei seiner Aschermittwochrede übte der FPÖ-Obmann noch einmal den Rundumschlag. Herbert Kickl rechnete mit der Bundesregierung ab, attackierte frontal den Bundespräsidenten. Danach zog er sich zurück, besuchte Ungarns umstrittenen Ministerpräsidenten Viktor Orbán, um mit dem Anhänger der illiberalen Demokratie die Aufhebung der EU-Sanktionen gegen Russland zu fordern. Als ÖVP-Obmann und Bundeskanzler Karl Nehammer am Freitag seine Rede hielt, reagierte er in einer Aussendung mit Häme.
Mehr braucht Kickl auch momentan nicht zu tun. Wer redet noch von den Skandalen und Korruptionsfällen der rechtspopulistischen Partei? Seit Wochen liegt die FPÖ in Umfragen auf dem ersten Platz. In Niederösterreich bemüht sich derweil die ÖVP, eine Koalition mit der FPÖ zu bilden, obwohl deren Landesobmann Udo Landbauer erklärt hat, Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) nicht zur Landeshauptfrau zu wählen.
Ende April wählt dann Salzburg einen neuen Landtag. Dort rechnet die selbstbewusste Marlene Svazek mit einem blauen Erfolg. Die FPÖ hofft auch hier auf Verluste der ÖVP.
Herbert Kickl sieht sich als Dirigent. Die Dissonanzen in der SPÖ und in der Koalition bereiten ihm Freude – und lassen ihn frohlocken.