Schulneubau steht an

400 m² große Halle vorgesehen: Kramsach ist bei Turnhalle nicht flexibel

Die Größe der Turnhalle beim geplanten Schulneubau in Kramsach polarisiert. Finanziell streckt man sich nach der Decke.

Kramsach – Der anstehende Schulneubau in Kramsach hat Tragweite, soll das Haus doch für Jahrzehnte nicht nur Kindern, sondern dank Mehrzweckräumen auch Kramsacher (Sport-)Vereinen dienen. Entsprechend beharrlich feilt der Gemeinderat an Entscheidungen. Erst stritt man jahrelang über den Standort, eine Volksbefragung stand im Raum – man einigte sich letztlich auf einen Neubau neben dem Altbestand. Im November wurde die Planungsart heiß diskutiert. Demnächst soll nun der offene Architekturbewerb EU-weit ausgeschrieben und in zwei Stufen umgesetzt werden. Der Beschluss dafür ging bei der Gemeinderatssitzung am Montag mit einem 9:7-Ergebnis (eine Enthaltung) nur knapp durch – die Geister schieden sich diesmal an der Turnhalle.

„Aus Kostengründen“, erklärt BM Andreas Gang (BürgerListe), ist im Raumprogramm eine einfache, rund 400 m² große Halle vorgesehen. Zusätzlich zum Bewegungsraum im Altbestand. Vereine dürften beide nutzen, doch eine von ihnen gewünschte wettkampftaugliche Zwei- oder gar Dreifachhalle samt Tribüne sei nicht leistbar. Zwölf Mio. Euro dürfte der Neubau kosten, rund die Hälfte erhofft man sich von Bund und Land. Daneben müsse sich die Gemeinde von rund einer Mio. Euro Mehrkosten beim Wohn- und Pflegeheim erholen, so Gang. Kindergarten und -krippe, Wasserversorgung und Hochwasserschutz werden Millionen verschlingen – die Kosten für Letzteren beziffert der Bürgermeister allein bei der Brandenberger Ache mit sieben Mio. Euro. Die Aufsichtsbehörde habe ein strenges Auge auf Kramsach.

Im zweiten Schritt des Bewerbs soll jedoch noch einmal eruiert werden, ob eine größere Halle möglich ist, verspricht Gang – „sollte es mehr Förderungen geben, sich die Baupreise stark reduzieren oder sich sonst finanzielle Möglichkeiten ergeben“.

Die Steuerungsgruppe, der alle Fraktionen angehören, hatte das Raumprogramm einstimmig empfohlen. Doch in der Sparversion sehen die Grünen und die Bürgermeisterliste Zisterer (BLZ) eine vergeudete Chance, der Weitblick fehle. Man habe Verständnis für die Finanzsituation, doch spätere Adaptierungen der Halle wären um ein Vielfaches teurer, warnt Manfred Lechner (BLZ), der ein „jahrelanges Versprechen an Vereine“ eingelöst sehen will.

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