Stubaital will Zusammenhalt weiter stärken
Schönberg – Als Symbol verteilte man gestern Päckchen mit Kressesamen. Wie ein junges Pflänzchen soll nämlich auch das soziale Miteinander im Stubaital in den nächsten Jahren einen Wachstumsschub erfahren.
Gestern wurde in der Region ein Pilotprojekt vorgestellt, das den prägnanten Namen „ZAMM.Wachsen“ trägt und von der Caritas, dem Planungsverband und der fh gesundheit gestartet wurde. „Wir erleben eine gesellschaftliche Wende“, erklärte Caritas-Direktorin Elisabeth Rathgeb den Hintergrund. Viele seien noch in Großfamilien aufgewachsen, heute sind vielfach Patchworkfamilien und Alleinerziehende an deren Stelle getreten. „Alte Netzwerke lösen sich auf“ – mit Folgen. Junge Familien hätten keine Kontaktpersonen, die etwa bei der Kinderbetreuung helfen, Ältere vereinsamen. „Wir wollen neue Netzwerke knüpfen, die auch tragfähig sind.“ Das lässt man sich auch etwas kosten, und zwar 180.000 Euro, die vom Fonds Gesundes Österreich, dem Ministerium, dem Planungsverband und der Caritas bereitgestellt werden.
Wissenschaftlich begleitet wird der Prozess von Ursula Costa, Professorin an der fh gesundheit. Sie hat Gruppengespräche geführt und Probleme, Visionen und Lösungen der Menschen, die in den Gemeinden leben, zusammengetragen. Die Wünsche und Anregungen sind vielfältig.
Genauso die Projekte, die daraus entstehen: So werden unter anderem Erzählcafés veranstaltet und eine digitale Landkarte mit Hilfsangeboten zusammengetragen. „Wir wollen die Menschen wieder zusammenbringen“, betont der Miederer Bürgermeister und Planungsverbandsobmann Daniel Stern. Und wenn es nur die Vermittlung von Nachbarschaftshilfe beim Rasenmähen ist. Nicht zuletzt hat das einen Gesundheitsaspekt, indem es die Lebensqualität stärkt und Einsamkeit verhindert. (mr)