Tolle Knolle mit hoher Ausdauerleistung: Was die Rohne alles kann
Man liebt sie oder man hasst sie: Rote Beete, oder Rohnen, gelten als rustikales Wintergemüse, dabei sind sie sehr vielseitig und geben Kraft.
Innsbruck – Der Frühling steht vor der Tür und Wintergemüse haben noch einmal ihren großen Auftritt. Eine besonders vielseitige Knolle ist die Rote Beete, auch Rohne oder Rote Rübe genannt. Aufgrund ihrer guten Lagerfähigkeit ist sie fast das ganze Jahr erhältlich – wenn nicht frisch im Gemüse-Regal, so doch gekocht und vakuumverpackt.

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Mit ihrer dunkelroten Farbe, dem süßlich-erdigen Geschmack und ihren färbenden Eigenschaften polarisiert die Rübe aber. Manchen gilt sie als altbackenes Arme-Leute-Essen, doch ihre Anhängerschaft wird immer größer. Schließlich sind Rohnen gesund, haben einen hohen Nährwert und kaum Kalorien. Fünf Fakten zu der tollen Knolle:
Kulturerbe: Die Rübe stammt aus dem nördlichen Afrika und kam über die Römer nach Europa. Aus der osteuropäischen Landesküche ist etwa die Rote-Beete-Suppe Bortsch nicht wegzudenken. Seit letztem Jahr steht die ukrainische Bortsch-Zubereitungsart sogar auf der Liste des weltweit zu schützenden Unesco-Kulturerbes – was Moskau freilich empörte.
Powerknolle: Die Rübe enthält „viele Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe und somit auch antioxidative und entzündungshemmende Stoffe“, erklärt die Diätologin Sabrina Egg von der fh gesundheit in Innsbruck. Wie Spinat enthalten auch Rohnen Nitrat: „Der höhere Gehalt und der Einfluss des Nitrats aus der Roten Beete wird schon länger wissenschaftlich untersucht. In einzelnen Studien konnte nachgewiesen werden, dass es den Blutdruck senken und die Gefäße erweitern kann.“
Dopingmittel: Sportler schätzen insbesondere den leistungssteigernden Effekt, denn vor allem in Saftform gibt die Knolle richtig Kraft: „In Studien konnte ein Zusammenhang zwischen der Einnahme von Rote-Beete-Saft und einer Verbesserung der Ausdauerleistung beobachtet werden, vor allem bei sehr intensiven Ausdauerbelastungen“, erklärt die Diätologin. Aus diesem Grund würden auch gerne Konzentrate aus Rote Beete eingesetzt.
Farbstoff: Wer Rohnen zubereitet oder verzehrt, weiß: Die Rübe hinterlässt ihre Spuren, nicht nur an den Händen, auch im Urin. Verantwortlich ist der Farbstoff Betanin: Während sich die Finger gut mit Zitronensaft reinigen lassen, setzt die Lebensmittelindustrie Betanin gerne als Farbstoff ein. Die Rübe wird auch als natürliches Haarfärbemittel geschätzt. Neben einem leuchtenden Rot versorgt sie das Haar mit Feuchtigkeit, ohne die Haarfaser zu schädigen.
Mit der Farbe kann man auch zuhause spielen, so die Diätologin: „Gnocchi, Knödel und Nudeln lassen sich damit super einfärben.“
Kulinarischer Allrounder: Zu guter Letzt sei noch auf ihre Vielseitigkeit hingewiesen. Egg selbst „ist ein großer Fan“ der Rohne: Denn sie ist nicht nur roh oder gekocht als Salat schmackhaft, sondern auch „als Ofengemüse, als Pesto, eingelegt und fermentiert, als Smoothie oder sogar im Kuchen“. Mahlzeit.
Kretischer Rote-Beete-Salat
🛒 Zutaten (für vier Personen): Ein Kilogramm Rohnen, eine Tasse Walnüsse (grob gerieben oder gehackt), zwei bis drei Knoblauchzehen (gepresst oder fein gerieben) eventuell ein Apfel und Joghurt, Salz, Essig, Olivenöl.
👩🏼🍳👨🏼🍳 Vorbereitung: Die gereinigte Knolle in einen Topf mit Wasser geben und bedecken. Die Rohnen sollten nicht geschält werden, damit ihre wertvollen Inhaltsstoffe nicht verloren gehen. Mit geschlossenem Deckel je nach Größe 30 bis 50 Minuten kochen lassen. Die Knolle ist gar, wenn sie sich leicht einstechen lässt.
👩🏼🍳👨🏼🍳 Zubereitung: Die abgekühlten Rohnen schälen, in kleine Stücke schneiden, salzen und mit der Essig-Öl-Marinade begießen, mit Walnüssen und Knoblauch vermischen. Ein klein geschnittener Apfel und Joghurt können je nach Geschmack hinzugefügt werden. Mit einem Esslöffel gehackte Walnüsse garnieren und erkalten lassen.