Auto-Test

Porsche 911 Dakar: Ein Sportwagen mit Option auf Feldweg

Porsche hat wieder eine Mini-Nische entdeckt: Der 911 Dakar ist ein Sportwagen mit tiefer Sitzposition und erhöhter Bodenfreiheit.
© Höscheler

Offroad-Komponenten heben den Porsche 911 Dakar von den dynamischen Basismodellen ab – eine erste Ausfahrt in Tirol.

Innsbruck – Ein hochgestellter 911 – auf diese Idee muss erst einmal jemand kommen. Porsche-Techniker haben sie umgesetzt und damit eine neue Möglichkeit geschaffen, hohe Deckungsbeiträge für den schwäbischen Sportwagenhersteller zu erzielen. Der 911 Dakar, so nennt er sich, kann mit einer Bodenfreiheit von bis zu 191 Millimetern (inkl. 30 Millimeter mit einem „Liftsystem“ für knifflige Auffahrten) aufwarten. Das hochbeinige Sportcoupé glänzt mit Kunststoffbeplankung entlang der Radhäuser und der Seitenschweller, einem fix montierten Spoiler und einem Unterfahrschutz vorne wie hinten, um die Karosserie fit zu machen für Abenteuer abseits befestigter Straßen. Tief sitzen und trotzdem über Feld- und Forstwege holpern – genau das ist mit dem auf 2500 Einheiten limitierten 911 Dakar möglich. Das Fahrwerk, so ist bei der ersten Ausfahrt in Tirol festzustellen, entpuppt sich dabei als überaus straff, der Allradantrieb und der 480 PS starke Sechszylinder-Turboboxerbenzinmotor sichern das Vorankommen. Zur Verfügung stehen 570 Newtonmeter maximales Drehmoment ab 2300 Touren, einen Schuss Komfort stellt die Achtgang-Doppelkupplung (PDK) bei. Lenkung, Klang und Kurvendynamik befinden sich Porsche-typisch auf hohem Niveau, die abgeregelte Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h überrascht – der Preis jedoch nicht: 289.887,71 Euro.

Porsche feiert im 75. Jahr neue Rekorde

Stuttgart – Vor 75 Jahren begann die Erfolgsgeschichte der schwäbischen Sportwagenmarke mit der Kreation des 356 durch Ferry Porsche, vor 60 Jahren legte das Unternehmen mit dem zur Legende gewordenen 911 nach. Nicht alles lief in den folgenden Jahrzehnten glatt, aber zuletzt schnitt Porsche blendend ab: Im vergangenen Jahr wagte die VW-Tochtermarke den Sprung an die Börse, außerdem verzeichnete sie einige Rekorde: Porsche gelang es, weltweit 309.884 Fahrzeuge auszuliefern (ein Plus von drei Prozent gegenüber 2021) und dabei einen Umsatz von 37,6 Milliarden Euro (plus 13,6 Prozent) zu erzielen. Der Nettogewinn betrug 4,96 Milliarden Euro (plus 22,8 Prozent), die operative Konzernumsatzrendite lag bei 18 Prozent. Für die kommenden Jahre stecken sich CEO Oliver Blume und Finanzvorstand Lutz Meschke das Ziel noch höher: 20 Prozent Rendite. (hösch)