„7-Punkte-Wohnpaket“ und 56 Millionen Euro für leistbares Wohnen in Tirol
Die Tiroler Landesregierung will Wohnen leistbarer machen. Dafür soll ein Entlastungspaket sorgen, 56 Millionen Euro werden in die Hand genommen. In Kraft treten soll es Anfang Juni.
Innsbruck – Die Tiroler Landesregierung passt die Bestimmungen zur Wohn- und Mietzinsbeihilfe an, erhöht die Einkommensgrenzen der Wohnbauförderung und baut die Photovoltaik-Förderung aus. Insgesamt sind es sieben Punkte, die leistbaren Wohnraum schaffen sollen. Für das „7-Punkte-Wohnpaket“ stehen rund 56 Millionen Euro an finanziellen Mitteln zur Verfügung, wie das Land Tirol in einer Aussendung bekannt gab. Die Neuerungen sollen mit 1. Juni 2023 in Kraft treten, initiiert habe sie Landeshauptmann-Stellvertreter Georg Dornauer (SPÖ).
„Fakt ist, dass die steigenden Mieten samt den dazugehörigen Betriebskosten immer mehr Tiroler Haushalten zu schaffen machen. Daher setzen wir alle Hebel in Bewegung, um den Tirolerinnen und Tirolern bei der Bewältigung der Wohnkosten zur Seite zu stehen“, wird Dornauer zitiert. Es müsse gerade jenen Menschen geholfen werden, die von den aktuell hohen Preisen besonders betroffen seien.
Sieben Punkte sollen entlasten
Mit dem „7-Punkte-Wohnpaket“ sollen die Richtlinien für Wohn- und Mietzinsbeihilfe verbessert werden, um eine deutliche Erhöhung der monatlichen Beihilfen zu erreichen. Für eine Familie mit zwei Kindern und einem Netto-Einkommen von 2700 Euro pro Monat erhöht sich die jährliche Beihilfe künftig beispielsweise um rund 1000 Euro.
Weiters werden die Einkommensgrenzen für die Wohnbauförderung erhöht und somit der Kreis der BezieherInnen erweitert. Künftig erhält auch ein Zwei-Personen-Haushalt mit einem Einkommen von 6000 Euro netto pro Monat beispielsweise eine Förderung für den Erwerb einer Wohnung. Konkret wird die Einkommensgrenze für einen Ein-Personen-Haushalt von 3000 auf 3600 Euro, für einen Zwei-Personen-Haushalt von 5000 auf 6000 erhöht.
Zudem umfasst das Entlastungspaket die Erhöhung der Förderung für verdichtete Bauweise, die Verlängerung der einkommensunabhängigen Sanierungsoffensive bis 2027, die Einführung einer neugestalteten Photovoltaik-Förderung sowie eine Verbesserung der Förderung für energiesparende und umweltfreundliche Maßnahmen.
Zusätzlich wird die Erhöhung des Annuitätenzuschusses angedacht. Otto Flatscher, Vorstand der Abteilung Wohnbauförderung des Landes, erklärt: „Im Rahmen der Wohnbauförderung wird laufend evaluiert und die Instrumente den geänderten Rahmenbedingungen angepasst. Das Förderungssystem hat sich jedenfalls bestens bewährt. Mit den neuen und verbesserten Förderrichtlinien erreichen wir noch mehr potentielle Bezieherinnen und Bezieher.“
Fachausschuss tagt zu Baukosten
Die gemeinnützigen Bauträger in Tirol seien wichtige Partner im Hinblick auf die Umsetzung leistbaren Wohnraums, so das Land Tirol. Die stark gestiegenen Baukosten machen dem geförderten Wohnbau jedoch zu schaffen. Aus diesem Grund tagt Ende März 2023 ein Fachausschuss, um über die Angemessenheit der Baukosten zu beraten und anschließende Maßnahmen auszuarbeiten. (TT.com)