Ferrari Purosangue: Die Galopp-Revolution im Ferrari-Gewand
Die italienische Edelmanufaktur wagt es doch: Der Purosangue vereint sportliche Fahrqualitäten mit einer hohen Sitzposition.
Innsbruck – Für einige Spezialitäten ist Ferrari bekannt: für flache, fesche und superschnelle Autos, die mit Raumangebot und Zugängen geizen. Der Fokus lag auf zwei Türen, Familienfreundlichkeit galt nicht als glamourtauglich, ein erhöhter Sitz ebenso wenig. Damit ist nun Schluss, bei Ferrari galoppiert die Revolution, ein Sport Utility Vehicle steht künftig im Programm des traditionsreichen Autoherstellers aus Maranello.
Wobei: Als SUV will Ferrari den Purosangue nicht verstehen, der Marke geht es um eine individuelle Lösung, die sich abhebt von GT, SUV und Crossovern der erweiterten Konkurrenz. Gegen diese Sichtweise sprechen, bei allem Respekt, aber Optik und Dimensionen. Mit einer Höhe von 1,59 Metern überragt der Purosangue die anderen Sportmodelle der Marke, mit ausgeprägten Radhäusern, Seitenschwellern und erhöhter Bodenfreiheit begibt sich das Label auf SUV-Terrain. Und nicht zu vergessen: Allein die Entscheidung, vier Seitentüren zu installieren, darf als Signal verstanden werden, dass es beim Purosangue um mehr geht als um dynamische Fahrmanöver.
Der SUV-Zuordnung zum Trotz ist sich Ferrari aber in zahlreichen Teildisziplinen treu geblieben. Wer eine ausgefuchste, überfrachtete technische Antriebslösung erwartet, schaut beim Purosangue durch die Finger. Der Vollblütler (so die Übersetzung) lässt sich von einem Zwölfzylinder die Sporen geben. Fast schon reaktionär mutet dabei der Verzicht auf Turbolader an, die Italiener vertrauen auf klassische Sauganordnung und auf 6,5 Liter Hubraum. Das Triebwerk, von jeglichem Hybridbeiwerk befreit als Frontmittelmotor positioniert, kann ungezügelt 725 Pferdestärken aufbieten und ab 6250 Umdrehungen/Minute 716 Newtonmeter maximales Drehmoment stemmen. Von null auf 100 km/h beschleunigt Ferraris Neuling in 3,3 Sekunden, mehr als 310 km/h sind möglich. Die dynamischen Talente fördern den Durst, je 100 km/h sind 17,3 Liter Normverbrauch veranschlagt (393 g CO2/km).