Portugal: Proteste für höhere Löhne und Preisdeckel für Lebensmittel
Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Land verdienten offiziellen Daten zufolge im vergangenen Jahr weniger als 1000 Euro im Monat, die Mindestlohn beträgt 760 Euro.
Lissabon – In Portugal haben am Samstag Tausende Menschen für höhere Löhne und Pensionen protestiert. Bei der Demonstration in der Hauptstadt Lissabon forderten sie zudem Maßnahmen der Regierung zur Begrenzung der steigenden Lebensmittel-Preise. Portugal gehört zu den ärmsten Länder Westeuropas. Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Land verdienten offiziellen Daten zufolge im vergangenen Jahr weniger als 1000 Euro im Monat, die Mindestlohn beträgt 760 Euro.
Die größte portugiesische Dachgewerkschaft CGTP fordert eine Anhebung der Löhne und Pensionen um mindestens zehn Prozent. Zudem soll die Regierung Preisobergrenzen für Grundnahrungsmittel einführen.
Wirtschaftsminister Antonio Costa Silva hatte am Freitag solche Maßnahmen allerdings abgelehnt und erklärt, der freie Markt sei der beste Mechanismus zur Preisbildung. Die Inflation in Portugal betrug im Februar 8,2 Prozent. Die Preise für unverarbeitete Lebensmittel wie Obst und Gemüse stiegen dabei um rund 20 Prozent.
Der mit absoluter Mehrheit regierende sozialistische Ministerpräsident Antonio Costa sieht sich angesichts der Entwicklung zunehmend mit Straßenprotesten sowie Streiks von Lehrern, Ärzten, Bahnangestellten und anderen Berufsgruppen konfrontiert. (APA/Reuters)