Pseudonym Lars Kepler

Ehepaar schreibt Thriller-Serie: Das Spinnennetz des Serienmörders

Für ihre Thriller erfanden Alexandra und Alexander Ahndoril 2009 das Pseudonym Lars Kepler.
© Rundquist

Das AutorInnen-Duo Alexandra und Alexander Ahndoril schreibt seine Thriller-Serie weiter. Vor mittlerweile vierzehn Jahren erschien „Der Hypnotiseur“ – das erste Kepler-Buch. Es wurde ein sagenhafter Erfolg.

Innsbruck – Eigentlich stand am Beginn ihrer Zusammenarbeit als Autorenteam die Überlegung, ein Kinderbuch zu schreiben. Das Ehepaar Alexandra und Alexander Ahndoril war jeder für sich mit dem Autorenleben zufrieden, hatte gerade jeder ein Projekt abgeschlossen und wollte nun etwas gemeinsam schaffen. Kinderbuch klappte aber nicht. Auch der Versuch, Seite an Seite ein Drama zu verfassen, scheiterte – an den jeweils unterschiedlichen Persönlichkeiten.

Der Schlüssel zur Kooperation – und zum Erfolg – fand sich, als ein Dritter ins Spiel kam: Die Ahndorils erfanden für sich das Autorenpseudonym Lars Kepler. Kepler schreibt keine Kinderbücher, sondern Thriller. Ihm gaben sie alle ihre Eigenheiten und Fähigkeiten. Vor mittlerweile vierzehn Jahren erschien „Der Hypnotiseur“ – das erste Kepler-Buch. Es wurde ein sagenhafter Erfolg. Die Ermittlerin Joona Linna ging in Serie. Acht Romane später schien ihre bislang größte Herausforderung bewältigt: Der Serienmörder Jurek Walter wurde gestellt. Der Preis dafür war hoch. Linna und ihre Kollegin Saga Bauer hat die Jagd nach Walter körperlich und psychisch beschädigt.

Nun ist „Spinnennetz“ erschienen: Buch eins nach dem Ende von Jurek Walter. Aber was heißt schon „Ende“? Nach Walters Tod sterben wieder Menschen nach einem strengen Muster. Saga erhält als Vorankündigung die Zinnfigur mit dem Konterfei des Opfers, auch ein Rätsel zum Tatort ist dabei. Ein Wettlauf gegen die Zeit startet, denn der Täter tötet immer mit einer (von neun) weißen Kugeln. Die letzte sei für Joona Linna bestimmt.

Lars Kepler nimmt sich 650 Seiten Zeit, reizt bis zur bitteren Neige aus, bis der Täter eingekreist ist. Das Autorenpaar schafft einen Kosmos, der den Leser einfängt, in die Denkbahnen der Ermittler zwingt und immer wieder die Straßenseite wechselt. Denn mit geradliniger Polizeiarbeit nach dem Regelbuch hat die Jagd nach einem Serienmörder nichts zu tun. Der hat eigene Regeln. (cjw)

Zum Buch

Thriller Lars Kepler: Spinnennetz. Aus dem Schwedischen von Thorsten Alms und Susanne Dahmann. Lübbe, 656 Seiten, 23,70 Euro.