13-Jähriger festgenommen

Lehrerin bei Messerangriff an brasilianischer Schule getötet

Symbolfoto.
© APA/AFP/MIGUEL SCHINCARIOL

Eine 71-Jährige starb bei dem Angriff am Montag. Vier weitere Opfer seien versorgt worden und stabil, teilte die Regierung des Bundesstaates São Paulo mit.

São Paulo – Bei einem Messerangriff in einer Schule in der brasilianischen Millionen-Metropole São Paulo ist mindestens eine Lehrerin ums Leben gekommen. Vier weitere Opfer seien versorgt worden und stabil, teilte die Regierung des Bundesstaates São Paulo am Montag mit. Ein Schüler erlitt demnach einen Schock. Dem brasilianischen Nachrichtenportal G1 zufolge erlitt die 71-jährige Lehrerin einen Herzstillstand und starb im Krankenhaus.

Der Gouverneur von São Paulo, Tarcísio de Freitas, bedauerte die Geschehnisse auf Twitter: "Ich kann meine Trauer über die Nachricht von dem Angriff auf Schüler und Lehrer der staatlichen Schule Thomazia Montoro in Vila Sônia nicht in Worte fassen." Ein 13-Jähriger sei bereits festgenommen worden.

De Freitas, derzeit auf Reisen in Europa, bedankte sich zudem bei einer Lehrerin, die "in einer heldenhaften Aktion verhindert hat, dass diese schreckliche Situation noch schlimmer wurde".

Ohne ihr heldenhaftes Handeln wäre die Tragödie sicherlich noch viel größer gewesen.
Guilherme Derrite (Sekretär für öffentliche Sicherheit)

Der Sekretär für öffentliche Sicherheit, Guilherme Derrite, sagte vor der Presse, eine Sportlehrerin habe den Angreifer überwältigt. "Sie war es, die den Angreifer bewegungsunfähig gemacht hat, sie hat dafür gesorgt, dass ihm das Messer abgenommen wurde. Ohne ihr heldenhaftes Handeln wäre die Tragödie sicherlich noch viel größer gewesen." Wenige Minuten später sei eine Schulpatrouille eingetroffen.

Das Motiv der Messerattacke war zunächst unklar. Erste Informationen deuteten laut der brasilianischen Nachrichtenagentur Agencia Brasil auf einen Streit zwischen dem Angreifer und einem anderen Schüler in der vergangenen Woche hin. Das brasilianische Fernsehen berichtete unter Berufung auf Eltern, dass körperliche Aggressionen an der Schule an der Tagesordnung seien.

Kontrollen der Schulen nach Amoklauf 2019 verschärft

São Paulo hatte nach einem Amoklauf in Suzano im Jahr 2019 die polizeilichen Kontrollen der Schulen verstärkt. Der Regierung von São Paulo zufolge wurde die Militärpolizei gerufen und die zivile Polizei untersuchte den Hergang.

Ein Jugendlicher war im Süden Brasiliens vor rund zwei Jahren in eine Vorschule eingedrungen und hatte auf die Anwesenden eingestochen. Fünf Menschen starben. Angriffe dieser Art sind eher selten im größten Land in Lateinamerika, so dass sie – wie bei dem Amoklauf mit zehn Toten an einer Schule in Suzano im Bundesstaat São Paulo im März 2019 – große Bestürzung auslösen. Brasilien ist eines der gewalttätigsten Länder der Welt, aber ein Großteil davon ist mit Kriminalität, organisiertem Verbrechen oder Polizeigewalt verbunden. (APA, dpa)

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