Neue Saison, neue Ziele

Saison startet am Wochenende: Swarco Raiders wollen zurück in die Erfolgsspur

Am Wochenende steht der Football wieder im Mittelpunkt.
© kristen

Neue Saison, neue Aushängeschilder, neue Ziele: Die Footballer der Swarco Raiders wollen die sieglose Vorsaison in der AFL vergessen machen.

Innsbruck – „Es wird eine Saison unter anderen Voraussetzungen“, leitete Tirols Runningback-Legende und aktueller Headcoach der Swarco Raiders, Florian Grein, am Mittwoch die Pressekonferenz in der Bäckerei „Die Brotbuben“ ein. Wenn die neue Saison der Austrian Football League (AFL) am Wochenende durchstartet, wollen die Innsbrucker vieles anders machen.

Ausgangslage: Zehn Spiele, null Siege – die ernüchternde Vorjahrsbilanz drückte nicht nur bei Coach Grein aufs Gemüt. Doch die Voraussetzungen waren komplett neu und auch heuer dient die AFL-Bühne der Ausbildung der Talente für die erste Mannschaft (Headcoach Kevin Herron; European League of Football). Trotzdem will man sich nicht ein zweites Mal so abfertigen lassen. Grein: „Wir müssen beweisen, dass wir in diese Liga gehören.“ Oder wie man es in der Football-Sprache ausdrückt: „Es ist ,Payback-Time‘.“

Wir müssen beweisen, dass wir in diese Liga gehören. Es ist ,Payback-Time‘.
Florian Grein(Headcoach Raiders Tirol)

Aushängeschilder: Dafür hat sich Headcoach Grein starke Unterstützung geholt. Sowohl in der Defensive wie auch in der Offensive. Mit Quarterback C.J. Fowler und Defensiv-Mann Antonio Johnson hat man zwei US-Importe verpflichtet, die den Unterschied am Feld ausmachen können.

Fowler, der bereits „Guten Morgen“ auf Deutsch sagen kann, besticht nicht nur mit seiner gut gelaunten Art, sondern auch mit der hohen Spielintelligenz, wie sein Coach bestätigte. Der Spielmacher selbst hat hohe Ziele: „Die Organisation hat das Gewinnen verinnerlicht und das wollen wir zurückholen. Am Ende des Tages geht es darum, Spiele zu gewinnen – es geht nicht um mich alleine, sondern darum, als Team zu bestehen. Dafür werde ich alles geben.“

Bei den Raiders zeigten sich Leistungsträger C.J. Fowler (Quarterback), Wide Receiver Felix Reitter und Linebacker Antonio Johnson (v. l. n. r.) gut gelaunt.
© Axel Springer / TT

Nichts anderes hat sein US-Landsmann Johnson vor, der eigentlich schon bei der Army zu arbeiten begonnen hatte. Grein („Wir haben im Schnitt 45 Punkte zugelassen – das ist zu viel“) bemühte sich um den Modellathleten und konnte ihn überzeugen, die Reise über den Großen Teich anzutreten. Johnson soll das Aushängeschild der Defensive sein: „Unsere Defensive wird definitiv besser sein. Ich bin nicht der Anführer, der lautstark über das Feld schreit – ich spreche lieber im Hintergrund mit den Jungs.“

Aus heimischer Sicht darf man sich auf Felix Reitter freuen. Der kehrte nach drei Jahren in den USA (Highschool) zurück in seine Tiroler Heimat und wird einer von vier Heeressportlern (Christoph Nitzlnader, Simon Pilger, Stefan Schneider) bei den Raiders sein: „Drei Jahre weg von der Familie war nicht ganz so einfach, aber es ist eine Lebenserfahrung, die einen sehr prägt. Ich habe mit 16 Jahren vor 6000 Zuschauern gespielt. Den Druck vergisst du am Feld, aber er formt einen und wird mir hier helfen.“ Reitter wird bei den Raiders als klarer Wide Receiver Nummer eins aufs Feld laufen und die Harmonie mit Quarterback Fowler dürfte bereits gut sein: „Seine Würfe sind präzise.“

Alter Rivale: Dass es zum Saisonstart gleich beim Erzrivalen Vienna Vikings losgeht, wird ein richtiger Härtetest, wie Headcoach Grein bestätigte: „Die Vikings haben einen Kader mit über 90 Spielern (zwei volle Mannschaften, Anm.) und eine eigene Akademie zur Verfügung. Das sind ganz andere Voraussetzungen. Für mich sind sie der klare Titelfavorit. Das heißt aber nicht, dass wir sie nicht schlagen können.“ Ob Trainer oder Spieler – alle bei den Raiders sind froh, dass es endlich losgeht. Grein: „Die Vorbereitung hat lange genug gedauert.“

Viel Neues und Altbewährtes

Seit die Vienn­a Vikings und die Swarco Raiders vor zwei Jahren verkündeten, die größte Energie in die internationale European League of Football (ELF) zu investieren, hat das Niveau in der Austrian Football League (AFL) abgenommen. Nichtsdesto­trotz sind die zehn rot-weiß-roten Football-Clubs enger zusammengerückt, was den Spannungspegel nach oben geschraubt hat. Tirol ist in puncto Football gleich mehrmals vertreten.

Altbewährtes: Wie im Vorjahr werden auch heuer wieder zehn Teams um die AFL-Krone kämpfen. Die Vikings und die Raiders werden dabei mit ihren zweiten Mannschaften am Start sein. Die Telfs Patriot­s, die im Vorjahr sensationell ins Halbfinale vorgestoßen sind, wollen heuer den großen Coup landen und haben den „Meistertitel“ als Ziel ausgerufen. Titelverteidiger sind die Danube Dragons, die aber einen großen Aderlass hinnehmen mussten. Ausgerechnet Stadtrivale Vienna Vikings hat dem Meister viel Personal abgeluchst.

Die Schwaz Hammers spielen wieder in der Division 1 (2. Liga) und konnten ihr Auftaktmatch in der Vorwoche bereits mit 16:14 (Upper Styrian Rhinos) gewinnen.

Neues: Mit den Graz Styrian Bears ist nun ein neues AFL-Team am Start. Die Grazer ersetzen die Znojmo Knights. In der dritten Liga (Division 2) sind die Raiders und die Patriots mit einem dritten bzw. zweiten Team vertreten.

Was die AFL-Spielübertragungen betrifft, setzt man nun auf einen Stream (Live.football.at). Das Halbfinale und das Austrian-Bowl-Finale wird dann wieder im TV-Sender ORF Sport+ gezeigt.

AFL – Saison 2023, 1. und 2. Spieltag

Austrian Football League (AFL), 1. Spieltag:

Telfs Patriots – Graz Giants Sa, 16 Uhr; Telfs Sportzentrum.

Vienna Dragons – Styrian Bears So, 14 Uhr.

Salzburg Ducks – Rangers Mödling So, 14 Uhr.

Vienna Vikings – Swarco Raiders Tirol So, 15 Uhr.

Prague Black Panthers – Steel­sharks Traun So, 15 Uhr.

2. Spieltag:

Steelsharks Traun – Telfs Patriots 15. April, 16 Uhr.

Styrian Bears – Salzburg Ducks 15. April, 18 Uhr;

Vienna Vikings – Vienna Dragons 16. April, 15 Uhr;

Rangers Mödling – Graz Giants 16. April, 15 Uhr;

Swarco Raiders Tirol – Prague Black Panthers 16. April, 15 Uhr, American Football Zentrum, Innsbruck.

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