Immer mehr Betroffene

Caritas-Chef Landau: „Wir dürfen uns mit der Not nicht abfinden“

Immer mehr Menschen können sich das Leben nicht mehr leisten. Die Caritas versucht ihnen zu helfen. Und nimmt auch die Politik in die Pflicht.

Innsbruck – Wie den Gürtel enger schnallen, wenn kein Loch mehr frei ist? Mit diesem Bild beschreibt Michael Landau, Präsident der Österreichischen Caritas, die Situation vieler Menschen in Tirol und darüber hinaus. Die Krisen der vergangenen Jahre hätten oft auch das letzte Ersparte aufgefressen, Hilfe sei deshalb wichtiger denn je.

Landau war am Dienstag in Innsbruck, um über Ostern zu referieren, und hat sich gemeinsam mit der Direktorin der Tiroler Caritas, Elisabeth Rathgeb, Zeit genommen, mit der über die aktuellen Herausforderungen zu sprechen. „Wir dürfen uns mit der Not nicht abfinden“, sagt Landau. „Viel zu vielen fehlt es am Grundlegenden.“ Besonders betroffen seien etwa Mindestpensionisten, Alleinerziehende und damit auch ihr Nachwuchs. „Die erfahren dann schon vor dem ersten Kindergartenausflug, was Armut bedeutet.“

Wir werden verändert aus der Krise hervorkommen. Ob zum Guten oder Schlechten, hängt von uns ab.
Michael Landau (Präsident Caritas Österreich)

Eine solidarische Zivilgesellschaft könne einen Teil der Probleme abfedern, meint Landau, „aber einen funktionierenden Sozialstaat nicht ersetzen“. Er fordert auf Bundesebene eine Reform von Arbeitslosengeld und Sozialhilfe sowie eine deutliche Anhebung der Mindestpension.

Darauf, dass die Caritas vielfältig helfen kann, weist Elisabeth Rathgeb hin. Einerseits würden die Bundesförderungen „Wohnschirm Energie“ und „Energiesparen im Haushalt und Gerätetausch“ verwaltet, zudem hätten Diözese Innsbruck, Stift Wilten und die Swarovski Stiftung einen Solidaritäts-Fonds eingerichtet.

Trotz aller Schwierigkeiten will Caritas-Präsident Michael Landau den Menschen Mut machen. „Wir werden verändert aus der Krise hervorkommen“, sagt er. „Ob zum Guten oder Schlechten, hängt von uns ab.“ (bfk)

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