Analyse

China und der Westen: Konfrontationskurs mit Beißhemmung

Die Fronten sind klar abgesteckt und zumindest rhetorisch wird der Konflikt immer wieder neu befeuert. Die USA als die Welt- und Führungsmacht eines wiedererstarkten Westens und China als aufstrebende Weltmacht, die den Globalen Süden an sich zu binden sucht, befinden sich auf Kollisionskurs. Washington hat trotz Russlands Invasion in der Ukraine und dem neuen kalten Krieg zwischen dem Westen und Russland längst China als strategischen Hauptrivalen ausgemacht. Auf der anderen Seite will sich Peking insbesondere vor seiner Haustüre nicht mit der zweiten Reihe begnügen. Chinas neuer Übervater, Staats- und Parteichef Xi Jinping, spricht davon, China wieder groß und mächtig zu machen. Und die USA, die unter Präsident Joe Biden wieder die westliche Bündnistreue betonen, denken nicht daran, das Feld zu räumen – auch nicht in Asien oder Afrika, wo die Erzählung vom Kampf der Demokratien gegen die Diktaturen auf wenig Resonanz stößt.