WKÖ und Ministerium wollen bei Mangel an Arbeitskräften gemeinsam vorgehen
Die Kammer und das Arbeitsministerium wollen gemeinsam Arbeitskräfte im Ausland anwerben. Eine Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte trägt bereits erste Früchte.
Wien – In den kommenden Jahren wird auf Österreich ein massiver Arbeitskräftemangel zukommen. Die Wirtschaftskammer (WKÖ) und das Arbeits- und Wirtschaftsministerium wollen gemeinsam dagegen vorgehen. Neben dem großen Potenzial im Inland - vor allem bei älteren Arbeitnehmern und Frauen mit Kinderbetreuungspflichten - soll vor allem im Ausland verstärkt für den heimischen Arbeitsmarkt geworben werden. Konkrete Zielgrößen wurden allerdings nicht genannt.
Arbeitskräfte "anlocken"
"Es geht darum den Standort Österreich in der Welt gut zu positionieren," sagte Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher (ÖVP) am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit WKÖ-Präsident Harald Mahrer. Wenn der Wohlstand in Österreich auch in Zukunft aufrecht bleiben soll, müsse man mehr Arbeitskräfte anlocken. Daneben gehe es auch um die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs. Auch in anderen Ländern wie Deutschland werde derzeit viel unternommen um rasch neue Arbeitskräfte aus anderen Ländern anzuwerben. "Die Konkurrenz schläft nicht", so Mahrer.
Die beiden Institutionen wollen nun stärker kooperieren um den Arbeitsmarkt Österreich intensiver zu bewerben. Es gehe im Grunde darum, die bereits existierenden Tätigkeiten beider Institutionen zu erweitern, so Kocher. Neben der Festlegung einer konkreten Aufgabenverteilung zwischen WKÖ und Ministerium sollen auch die Austrian Business Agency und das AMS stark in die Bemühungen einbezogen werden. Wie viele Arbeitskräfte aber genau bis wann aus dem Ausland geholt werden sollen, blieb unbeantwortet. Die Frage könne derzeit noch nicht seriös beantwortet werden, so Mahrer.
Reform für Rot-Weiß-Rote-Karte
Ein wesentlicher Hebel ist die Rot-Weiß-Rot-Karte. Die Reform dieser sei bereits im Herbst auf den Weg gebracht worden, nun müsse diese "in die Fläche" gebracht werden, sagte der Minister. Die Reform trage aber bereits erste Früchte. So habe es bei der Rot-Weiß-Rot-Karte in den ersten drei Monaten 2023 einen Anstieg um 50 Prozent zur Vorjahresperiode gegeben. In den ersten drei Monaten waren es laut Kocher rund 1.900. Und es soll in jeden Fall mehr werden, so der Minister. Laut Mahrer muss sich die Zahl mittelfristig "in den fünfstelligen Bereich" hinentwickeln, um die Zielsetzung zu erreichen.
Österreich sei jedenfalls ein attraktiver Arbeitsmarkt, so Mahrer. Die Lebensqualität sei hoch, ebenso wie die Kaufkraft, die im europäischen Vergleich einen Spitzenplatz einnehme. "Man muss auch wissen, wenn man kommt und hier arbeitet lebt es sich auch gut", sagte der WKÖ-Präsident. Um das im Ausland besser zu bewerben, wolle die Wirtschaftskammer gemeinsam mit dem Ministerium einen "Bewusstseinsbildungsprozess" starten. (APA)
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