Der ID.7 von Volkswagen: Mit E-Power in Richtung Oberklasse
VW greift mit dem ID.7 im Segment der großen Vollzeitstromer an. Bis zu 700 Kilometer Reichweite und neue Premium-Technologien sind eine klare Ansage an die Konkurrenz.
Berlin – In der Halle des alten Berliner Motorenwerks, wo früher Elektromotoren gebaut wurden, brandet Applaus auf: Das Tor geht hoch und der neue VW ID.7 rollt auf den Catwalk. Mit einem Design, das auf Anhieb schwer beeindruckt. Keine riskanten designerischen Eskapaden, dafür ein Auto wie aus einem Guss mit weichen Linien und glatten Flächen. Ein echter Hingucker eben. Die rundliche und leicht abfallende Frontpartie erinnert ganz dezent an den guten alten Käfer, die elegante Seitenlinie mündet in ein coupéhaft abfallendes Heck mit Abrisskante. Kurze Überhänge unterstreichen den dynamischen Auftritt. Da hatten die Designer auch die Aerodynamik im Auge, wie der geringe Luftwiderstandsbeiwert von 0,23 beweist, der allerdings in dieser Liga kein Rekordwert ist.
Mit fast fünf Metern Länge und einem Radstand von nahezu drei Metern gehört der ID.7 schon zu den stattlichen Vertretern seiner Zunft. Entsprechend üppig sind das Platzangebot vorne wie hinten und das Kofferraumvolumen von 532 Litern. VW ordnet das neue Flaggschiff seiner Stromerflotte in das Segment der gehobenen Mittelklasse ein. Tatsächlich klopft die elegant-sportliche Schrägheck-Limousine mit Design, Technik, Ausstattung und Größe schon an das Oberklasse-Türchen. Das zeigt nicht zuletzt die hohe Qualitätsanmutung bei Materialien und Verarbeitung im Innenraum.
Neuer E-Motor
Für seine ID-Modelle hat das Unternehmen einen neuen Elektromotor konstruiert, der 286 PS leistet und ein maximales Drehmoment von 550 Newtonmetern stemmt. VW hebt gegenüber bisher verwendeten E-Aggregaten eine verbesserte Effizienz bei gleichzeitiger Leistungssteigerung hervor. Im Herbst erfolgt der Serieneinsatz.
Der ID.7 ist das erste MEB-Modell (Modularer E-Antriebsbaukasten) mit einer komplett neuen Antriebsgeneration. Der Elektromotor an der Hinterachse mit 210 kW (286 PS) und 545 Newtonmeter Drehmoment ist das bislang antriebs- und drehmomentstärkste Aggregat der ID-Familie. Damit ist der 100er-Sprint in knapp sieben Sekunden erledigt, die Spitze liegt bei 180 Stundenkilometern. Zwei Batterien stehen zur Wahl. Mit der 91-kWh-Batterie verspricht VW Reichweiten von bis zu 700 Kilometern und damit absolute Langstreckentauglichkeit. Die kleinere Batterie (82 kWh) soll immerhin „Saft“ für 615 Kilometer liefern. Das alles wird vor allem Vielfahrer und Flottenkunden interessieren. Das Laden geht flott, in nur 20 Minuten ist eine Kapazität von 80 Prozent erreicht.
Premiere feiert im ID.7 auch ein neuartiges Bedienkonzept im aufgeräumten Cockpit, in dessen Mittelpunkt ein 15 Zoll (38 Zentimeter) großer Touchscreen steht. Die Funktionen lassen sich durch Wischen und teils durch Sprachbefehle steuern. Ein serienmäßiges Headup-Display liefert dem Lenker zudem alle wichtigen fahrrelevanten Daten direkt ans Auge. Für die Sicherheit hat VW alle gängigen Assistenzsysteme – teils serienmäßig, teils optional – rekrutiert. Und die reichhaltige Serienausstattung lässt sich je nach Laune und Brieftasche erweitern. Im Angebot finden sich unter anderem Sitze mit Massagefunktion, ein großes Glasdach, das sich elektronisch abdunkeln lässt und ein 700-Watt-Soundsystem von Harman Kardon mit 14 Lautsprechern.
Der Vorverkauf für den ID.7 startet hierzulande voraussichtlich Ende Juli, die Markteinführung ist für Oktober geplant. Die Österreich-Preise sind noch nicht fixiert, gemunkelt wird aber schon. Allerdings rein spekulativ und mit großer Spannbreite: Unter 70.000 Euro wird der ID.7 kaum zu haben sein.
Porsche hat den Cayenne modifiziert
Von einer „grundlegenden Weiterentwicklung“ spricht Porsche angesichts des in dieser Woche vorgestellten Cayenne in überarbeiteter Form. Die Modellpflege inkludiert „weitreichende Maßnahmen an Antrieb, Fahrwerk, Design und Ausstattung“. Porsche ändert unter anderem das Cockpit-Design – erstmals kommt ein volldigitales 12,6-Kombiinstrument hinter dem Lenkrad des Oberklasse-Sport-Utility-Vehicles zum Einsatz. Ab Werk lieferte Porsche den modifizierten Cayenne mit Matrix-LED-Scheinwerfern aus.
Für den europäischen Markt sind drei Motorvarianten vorgesehen – ein V8-Biturbomotor mit 474 PS und 600 Nm Drehmoment ersetzt ein bisher verwendetes V6-Aggregat im Cayenne S (gilt für das SUV und das Coupé-Derivat). Ein Dreiliter-V6 bleibt in „optimierter Form“ im Einstiegsmodell im Programm – mit 353 PS und 500 Nm Drehmoment. Zudem gibt es einen Cayenne E-Hybrid mit mehr Reichweite (90 km). (hösch)
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