Therese Achammer: Mit der Liebe zum Sport Generationen beflügelt
Therese Achammers Einsatz für den Tiroler Volleyballsport wurde mit dem Special Award belohnt. Selbst mit 81 Jahren bleibt sie weiter am Ball.
Innsbruck – Es wird wohl einzigartig in der Sportgeschichte Österreichs bleiben: Therese Achammer zog sich im April 2014 das gelb-blaue Dress über und servierte in der österreichischen Volleyball-Bundesliga. Mit 72 Jahren. „Von unten, damit alle sehen, was das für eine Farce ist“, rechtfertigte sie ihren Einsatz in Wien einst.
Ihr Protest gegen Terminkollisionen hatte damals für Aufsehen gesorgt und steht wohl sinnbildlich für vieles, was Achammer schon über Jahrzehnte hinweg bewegt. Allen voran der Sport im Allgemeinen. Der sei ihr Leben, betont die inzwischen 81-Jährige fast ebenso lange schon. Mit Leistungsturnen, Leichtathletik und schließlich Volleyball lässt sich ihre Liebe dazu nur stellvertretend darstellen, die sie noch dazu auch an Generationen weitergab und dies bis heute tut – als inzwischen ehemalige Volksschullehrerin, als Volleyballtrainerin und parallel dazu als Obfrau des von ihr 1997 gegründeten VC Tirol.
Selbst wenn ihr Herz in der Leichtathletik einst eher für den Speerwurf schlug, sind es immer wieder Hürden im Volleyball, die Achammer überwand. Mehr Aufmerksamkeit auf den Frauensport zu lenken ist darunter wohl eine der größten. Als Funktionärin engagiert sie sich bis heute, wird vorstellig in den Büros der Entscheidungsträger von Stadt und Land, zeigt in Tirols und Österreichs Volleyballverband Probleme auf – meist alleine unter vielen Männern. „Ich weiß schon, dass ich manchmal unbequem bin, aber es lohnt sich, für unsere Jugend zu kämpfen“, beschrieb Achammer einmal ihre Motivation. Erst unlängst kritisierte sie wieder, dass die Hallensituation in Innsbruck verbesserungswürdig sei. Auch in „ihrer“ Leitgebhalle, aus der sie für Bundesligaspiele der letzten Jahre immer hatte ausziehen müssen, weil diese nicht mehr den Regeln entsprach. Die Pradler Halle blieb aber immer ihr zweites Wohnzimmer. Bis heute trainiert sie dort Nachwuchs- und Landesliga-Mannschaften, die zuletzt wieder Titel holten.
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Ruhestand sieht also anders aus, obwohl sich der VC Tirol vor einem Jahr aus der Bundesliga freiwillig zurückzog. Der notwendige gewordene Aufwand rundherum sei einfach zu groß geworden, erklärte sie schweren Herzens. Im Gegenzug bliebe aber auch etwas mehr Zeit für ihre Familie mit Ehemann Günther, den drei Kindern und drei Enkeltöchtern. Oder auch für Reisen mit Geschwistern und Freunden, etwa nach Kroatien, das sie mit 14 Jahren einst aufgrund der so genannten „Säuberungswelle“ verlassen musste. Ein Schicksal, das sich als großes Glück für den Tiroler Volleyballsport erwies.